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Einweihung von Biovalsan, eine Biomethaneinspeisungsanlage in einem Klärwerk

Am 8. September 2015 wurde die neue Biomethaneinspeisungsanlage im Klärwerk in La Wantzenau, Biovalsan, in Anwesenheit der französischen Ministerin für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie, Ségolène Royal, eingeweiht. Das Klärwerk reinigt das Abwasser aus Straßburg (Elsass) und ist das viertgrößte in ganz Frankreich (es behandelt das Abwasser von einer Million Haushalte).


 

Am 8. September 2015 wurde die neue Biomethaneinspeisungsanlage im Klärwerk in La Wantzenau, Biovalsan, in Anwesenheit der französischen Ministerin für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie, Ségolène Royal, eingeweiht. Das Klärwerk reinigt das Abwasser aus Straßburg (Elsass) und ist das viertgrößte in ganz Frankreich (es behandelt das Abwasser von einer Million Haushalte).

 

Das Projekt Biovalsan wurde 2011 unter der Leitung der Stadtverwaltung Straßburg (CUS) und den Unternehmen Suez Environnement und Réseau GDS gestartet. Ziel war es, das Abwasser des Klärwerks zur Erzeugung von Biogas zu nutzen.

 

Das Verfahren verläuft in mehreren Etappen: Zunächst werden ungelöste Stoffe aus dem Abwasser entfernt. Danach wird der entstandene Primärschlamm biologisch behandelt und nachgeklärt, um den biologischen Anteil zu gewinnen. Dieser “biologische Schlamm” wird anschließend eingedickt und in zwei anaerobe Vergärer eingebracht. Dabei entsteht Biogas, das in einem Gasometer gespeichert wird. Bisher wurde das Biogas vor Ort als Wärme in einem Gas-Heizkessel verwertet. Die jetzt fertiggebaute Anlage ermöglicht die Umwandlung von Biogas in Biomethan, das ins Gasnetzwerk eingespeist werden kann. Dafür wurden im Klärwerk neue Filter eingebaut, die den CO2-Gehalt des Biogases zurückgewinnen, und eine Anlage installiert, um das Biogas zu komprimieren und ihm Duftstoffe hinzuzufügen.

 

Insgesamt sollen 16 GWh Biomethan pro Jahr produziert werden. Das entspricht dem jährlichen Verbrauch von 5 000 Niedrigenergiehäusern. Außerdem wird das CO2 so zurückgewonnen, dass es anschließend verwertet werden kann, z. B. als Dünger zur Beschleunigung der Fotosynthese von Treibhauspflanzen.

 

Das Biovalsan-Verfahren ist in Frankreich einmalig und soll in Kürze auch in anderen Klärwerken zum Einsatz kommen. Ziel ist es, ab 2023 6 bis 8 TWh Biomethan pro Jahr in die französischen Gasnetze einzuspeisen. Die Gesamtkosten für das Projekt beliefen sich auf 4 Millionen €, diese wurden zu 50% durch Life+ aufgebracht, dem Förderprogramm der Europäischen Union für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung.

 

 

Weitere Informationen:

  • Webseite von Biovalsan (auf Deutsch, Englisch und Französisch): biovalsan.eu

 

Quelle: “”Le gaz le plus vert de France” à Strasbourg”, Artikel aus L’Usine Nouvelle, 08.09.2015 – http://www.usinenouvelle.com/article/le-gaz-le-plus-vert-de-france-a-strasbourg.N348688#xtor=RSS-300

 

Redakteur: Sean Vavasseur, sean.vavasseur@diplomatie.gouv.fr