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Drei neue Projektausschreibungen: Meeres- und Flussenergie und Energiespeichersysteme

Die Ministerin für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Energie, Ségolène Royal, und der Generalkommissar für Investitionen, Louis Schweitzer, haben drei neue Projektausschreibungen bekannt gegeben, die von der französischen Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft (ADEME) im Rahmen des Programms für Zukunftsinvestitionen organisiert werden. Diese drei Ausschreibungen zielen auf drei bestimmte Bereiche ab und sollen die Umsetzung von Pilotprojekten unterstützen: schwimmende Offshore-Windkraftanlagen, Innovationen in verschiedenen Bereichen der Meeres- und Flussenergie und die Speicherung und Umwandlung von Energie.


Die Ministerin für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Energie, Ségolène Royal, und der Generalkommissar für Investitionen, Louis Schweitzer, haben drei neue Projektausschreibungen bekannt gegeben, die von der französischen Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft (ADEME) im Rahmen des Programms für Zukunftsinvestitionen organisiert werden. Diese drei Ausschreibungen zielen auf drei bestimmte Bereiche ab und sollen die Umsetzung von Pilotprojekten unterstützen: schwimmende Offshore-Windkraftanlagen, Innovationen in verschiedenen Bereichen der Meeres- und Flussenergie und die Speicherung und Umwandlung von Energie.

 

Frankreich besitzt großes Potenzial und Know-how auf dem Gebiet der Meeres- und Flussenergie. Das von der französischen Nationalversammlung am 22. Juli 2015 verabschiedete Gesetz zum Energiewandel und für ein grünes Wachstum legt die wichtigsten mittel- und langfristigen Ziele des neuen französischen Energiemodells für die Energieproduktion und den Energieverbrauch fest: Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 40 % bis 2030 (im Vergleich zu 1990); Reduzierung des Verbrauchs an fossilen Brennstoffen um 30 % bis 2030; Reduzierung des Anteils der Kernenergie am französischen Energiemix von 75 % auf 50 % bis 2025; Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch auf 32 % bis 2030; Reduzierung des Endenergieverbrauchs um 50 % bis 2050.

 

Das Gesetz legt die Grundlagen, um Frankreich zu einem besonders umweltfreundlichen Land und zu einem Motor für den Aufbau eines Europas der Energie zu machen. Es ist ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den Klimawandel. Diese drei neuen Ausschreibungen unterstützen diese Ziele und den Aufbau von industriellen Zukunftsclustern in Frankreich. Diese sind Träger von Innovation und schaffen Arbeitsplätze.

 

  • “Pilotprojekt für schwimmende Windparks”

 

Bei dieser Projektausschreibung geht es um die Unterstützung bei der Errichtung von schwimmenden Offshore-Windkraftanlagen.

 

Die Projekte müssen folgende Merkmale aufweisen:

 

  • sie müssen in einem der vier identifizierten Gebiete liegen (Bretagne und Mittelmeerraum). Diese wurden von der Umweltministerin nach Beratung mit den Präfekten der betreffenden Regionen festgelegt [1]
  • sie müssen an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden
  • sie müssen 3-6 Windräder umfassen, die jeweils eine Leistung von 5 MW und eine Lebensdauer von mindestens 2 Jahren haben. Ziel der Demonstration ist es, ein technisch-ökonomisches Modell mit einer Betriebsdauer von etwa 15-20 Jahren zu erhalten.

 

Die Ausschreibung für dieses Projekt endet am 4. April 2016.

 

  • “Erneuerbare Energien: Pilotprojekt für schwimmende Gezeiten- und Flusskraftwerke”

 

Die Ausschreibung besteht aus 3 Komponenten:

 

  • Komponente1: die Realisierung von Demonstrationstechnologien für die Nutzung von Energie aus Wasser, Wellen und Gezeiten
  • Komponente 2: Gestaltung von kritischen technologischen Komponenten für die Entwicklung von Wasser-, Wellen- und Gezeitenkraftwerken
  • Komponente 3: Bau und Inbetriebnahme von Pilotparks auf nationalem Territorium.

 

Die Ausschreibung endet am 20. März 2017 mit zwei Zwischenfristen am 25. Januar 2016 und 19. September 2016.

 

  • “Energiespeicherung und -umwandlung”

 

Die Energiespeicherung und -umwandlung von Energieträgern gehören zu den wichtigsten Impulsgebern für den Ausbau der erneuerbaren Energien, da sie es ermöglichen, Schwankungen in der Produktion auszugleichen und die Netzstabilität zu gewährleisten.

 

Im Rahmen des Programms für Zukunftsinvestitionen wurden seit 2010 acht Projekte mit dem Schwerpunkt Speichertechnologien und Power-to-Gas finanziert.

 

Die neue Ausschreibung umfasst zwei Komponenten:

 

  • Komponente 1: die Speicherung von Energie, sowohl die Speicherung von Wärme (für industrielle, gewerbliche oder städtische Nutzung) als auch die reversible Speicherung von Strom (elektrische Lade-Entlade-Zyklen). Die Projekte sollen dazu beitragen, die Renditen zu minimieren, die Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren und die Zeit und Kosten der Implementierung zu mindern.
  • Komponente 2: die Umwandlung von Strom aus erneuerbaren Energien in andere Vektoren:
    • durch die Erzeugung von Wasserstoff und seine Umwandlung in Strom für nicht netzangebundene Anwendungen (Elektromobilität, PEM-Brennstoffzellensysteme etc.);
    • oder durch CO2-Rückgewinnungsverfahren: Wasserstoffproduktion und die Reaktion mit CO2 für die Synthese von Chemikalien, inerten Materialien, Produkten mit hohem Mehrwert oder Energiewert (wie bei der Methanisierung).

 

Die Ausschreibung endet am 18. April 2017 mit vier Zwischenfristen am 1. Dezember 2015, 19. April 2016, 18. Oktober 2016 und 18. April 2017.

 

 

Weitere Informationen:

 

Quelle: “Energies renouvelables : 3 nouveaux appels à projets sur les énergies marines et fluviales et le stockage d’énergie”, Pressemitteilung des französischen Ministeriums für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Energie, 10.08.2015 – http://www.developpement-durable.gouv.fr/Energies-renouvelables-3-nouveaux.html

 

Redakteurin: Daniela Niethammer, daniela.niethammer@diplomatie.gouv.fr