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Frankreich, Pionier der Solarstraßen?

Anlässlich des dem Transportsektor gewidmeten Tages auf der COP21 appellierte die Ministerin für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie, Ségolène Royal, an alle Fachkräfte des Bereichs Straßeninfrastruktur, die Energiewende durch die Umsetzung des nationalen Aktionsplans für Plus-Energie-Straßen zu unterstützen. Ziel: 1000 km Solarstraßen innerhalb von 5 Jahren.


Anlässlich des dem Transportsektor gewidmeten Tages auf der COP21 appellierte die Ministerin für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie, Ségolène Royal, an alle Fachkräfte des Bereichs Straßeninfrastruktur, die Energiewende durch die Umsetzung des nationalen Aktionsplans für Plus-Energie-Straßen zu unterstützen. Ziel: 1000 km Solarstraßen innerhalb von 5 Jahren.

 

Ziel dieses nationalen Aktionsprogrammes ist es, die Straße nicht nur als eine Transportroute anzusehen, sondern auch als eine Quelle der Produktion von sauberer, erneuerbarer Energie ohne die Nutzung von zusätzlichem Raum. Nach dem Vorbild des erst kürzlich von der französischen Colas-Gruppe vorgestellten Konzeptes einer Photovoltaik-Straßenoberflächenbeschichtung „Wattway“ sollen in die Plus-Energie-Straßen Solarzellen zur Stromerzeugung integriert werden. Nach Aussagen der Ministerin werden die ersten Demonstrationsanlagen zur Erzeugung von Wärme und Strom in den nächsten zwei Jahren in Betrieb gehen; konkrete Ergebnisse werden innerhalb der nächsten 5 Jahre erwartet.

 

Der nationale Plan sieht Folgendes vor:

 

  • Mobilisierung privater Akteure im Rahmen der Projektausschreibung “Straße der Zukunft” des Programms für Zukunftsinvestitionen der französischen Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft (ADEME) unter Aufsicht des Generalkommissars für Investitionen. Die Bewerbungen müssen bis zum Frühjahr 2016 eingereicht werden.

 

  • Definition des Rechtsrahmens für den Bau und den Betrieb von Solarstraßen ab 2016.

 

  • Erprobung dieser neuen Technologie auf den Straßen- und Autobahnnetzen (gemeinsam mit den Gemeinden und Autobahnkonzessionsbetreibern) bis zum Frühjahr 2016 und deren Einsatzmöglichkeiten in anderen Bereichen

 

  • Bau einer Demonstrationsanlage für eine Straße mit Wärmerückgewinnung bis Anfang 2017, aufbauend auf der Vereinbarung zwischen dem Ministerium, dem Forschungsinstitut für Verkehr, Straßenausbau und Netze (IFSTTAR), dem Regionalrat von Seine-et-Marne und dem Straßenbaugewerbe.

 

  • Industrialisierung der neuen Prozesse ab 2017, um das Ziel von 1.000 km Plus-Energie-Straßen in Frankreich innerhalb von 5 Jahren zu erreichen.

 

Dieser nationale Plan ist eine von vier Initiativen für einen umweltfreundlichen Verkehrssektor. Die anderen drei Initiativen beziehen sich auf:

  • Das Elektroauto, mit dem Projektaufruf für die Entwicklung eines Modells für alle (Kosten unter 7.000 €);
  • Unterstützung des Ziels “Null Emissionen” aus der Erklärung von Paris über die Elektromobilität und den Klimawandel der “Zero Emission Vehicles Allianz” (Fahrzeuge ohne Schadstoffausstoß) und von 20% Elektrofahrzeugen in der weltweiten Fahrzeugflotte bis 2030;
  • Unterstützung der Initiative “Mobilise Your City”, mit 2 Millionen Euro aus dem französischen Fond für eine globale Umwelt. Ziel ist es, die Verkehrsplanung in 20 Städten in Entwicklungsländern zu erleichtern, mit der Unterstützung der französischen Agentur für Entwicklung (AFD), dem Studienzentrum für Umwelt, Mobilität und Raumplanung (CEREMA), der CODATU (Cooperation for urban mobility in the developing World) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

 

Mit 27% der Gesamtemissionen ist der Verkehrssektor der größte Emittent von Treibhausgasen in Frankreich. Er macht 23% der weltweiten Emissionen aus.

 

 

Weitere Informationen:

 

Quelle: “La France, pays pionner des routes solaires”, Artikel aus dem Online Magazin L’Echo Solaire, 07.12.2015 – http://www.lechodusolaire.fr/la-france-pays-pionner-des-routes-solaires/

 

Redakteurin: Daniela Niethammer, daniela.niethammer@diplomatie.gouv.fr