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Französische Beteiligung an Horizont 2020 (2014 bis 2017)

Französische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind mit ihren Bewerbungen beim europäischen Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 im Gesamtvergleich sehr erfolgreich, reichen aber zu wenige Anträge ein.


Zur Hälfte der Laufzeit des europäischen 8. Forschungsrahmenprogramms Horizont 2020 hat das französische Ministerium für Hochschulwesen, Forschung und Innovation (Ministère de l’enseignement supérieur, de la recherche et de l’innovation, MESRI) einen Zwischenbericht zur französischen Beteiligung an Horizont 2020 veröffentlicht. Die ausgewerteten Daten umfassen den Zeitraum 2014 bis Mitte 2017 (für 2017 40 Prozent der bewilligten Mittel).

Frankreich belegt mit 10,5 Prozent bzw. drei Milliarden Euro der bewilligten Fördermittel den dritten Platz der Bewerberländer. Es liegt damit hinter Deutschland (15,5 Prozent) und Großbritannien (14,7 Prozent). Die französische Erfolgsquote sinkt seit 1998 kontinuierlich, was laut MESRI vor allem auf die vergleichsweise niedrigen Bewerberzahlen aus Frankreich zurückzuführen ist. So hat Frankreich mit 14,2 Prozent zwar die höchste Erfolgsrate pro Bewerbung, aber einen Anteil von nur 8,4 Prozent der eingereichten Anträge. Hier besteht laut der Auswertung Handlungsspielraum, da Frankreich 16,5 Prozent (2015) der europaweiten öffentlichen und privatwirtschaftlichen Forschungsleistung stellt. Insbesondere im Bereich Gesellschaftsforschung wäre eine stärkere Beteiligung wünschenswert (neun Prozent der geförderten Anträge kommen aus Frankreich). Insgesamt ist Frankreich an 23,5 Prozent bzw. 3.674 der 15.631 geförderten Projekte beteiligt.

Um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu ermutigen, mehr europäische Projekte auf den Weg zu bringen, zeichnet das MESRI seit 2013 Forschergruppen für ihre europäischen Projekte aus (Étoiles de l’Europe). Diese werden von einer Jury ausgewählt. Bei der 5. Ausgabe am 4. Dezember 2017 betonte die zuständige Ministerin Frédérique Vidal die von Staatspräsident Emmanuel Macron geäußerten Vorschläge, eine europäische Agentur für disruptive Innovationen sowie bis 2024 etwa 20 Hochschul-Netzwerke von vier bis sechs Einrichtungen in mindestens drei europäischen Ländern zu gründen.

Ein Viertel der erfolgreichen französischen Anträge kommt weiterhin von der größten Forschungseinrichtung Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung CNRS (Centre national de la recherche scientifique) sowie der Behörde für Atom und erneuerbare Energien CEA (Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives). Das CNRS ist mit fast 483 Millionen Euro vor der Fraunhofer-Gesellschaft (über 300 Millionen Euro) auch auf europäischer Ebene der größte Fördermittelempfänger im Rahmen von Horizont 2020.

Wie das MESRI weiter schreibt, hätten das Förderinstrument für Kleinere und Mittlere Unternehmen (KMU) und die Verbundprojekte zudem mehreren französischen KMUs die Teilnahme an Horizont 2020 ermöglicht. Die Beteiligung französischer Industrieunternehmen liege über dem Durchschnitt, insbesondere durch ihre Dynamik in den Bereichen Luft- und Raumfahrt sowie Mikroelektronik.

Quelle: horizon2020.gouv.fr
Redaktion: Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule