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Vivatech: Staatspräsident Macron kündigt umfassende Modernisierungsstrategie für Frankreich an

Vom 15.-17. Juni 2017 fand im Expo-Center in Paris die 2. Internationale Innovationsmesse Viva Technology statt, auf der Start-ups und große Unternehmen aus aller Welt networken und Kooperationen vorantreiben können. Die behandelten Themen reichen von Quantencomputern, über Nanorobotik, Big Data, virtuelle und erweiterte Realität, Internet der Dinge, Mobilität der Zukunft und künstliche Intelligenz bis hin zur Zukunft des Handels. Die Messe ist dem Wachstum von Start-ups, deren Ökosystemen, der digitalen Transformation und Innovation gewidmet. Viva Technology hat sich letztes Jahr aus dem Stand als führendes Tech-Event in Europa etabliert. 60.000 Besucher, 5.000 Start-ups, 400 Redner und 1.000 potentielle Investoren aus der Digitalbranche kamen zu der Messe an der Porte de Versailles.


Die Messe, konzipiert nach dem Vorbild der jährlichen Consumer Electronic Show in Las Vegas, ist ein Hub für Innovatoren, Technik-Begeisterte und Pioniere der Zukunft. Sie ist ein Symbol für die Ambitionen Frankreichs, auf der Weltkarte des Tech eine wichtige Rolle zu spielen. Ziel ist es, weltweite Beziehungen zu denen zu knüpfen, die die Wirtschaft und Gesellschaft von morgen verändern werden.

In seiner Rede äußerte Staatspräsident Emmanuel Macron den Wunsch, Frankreich zu einer Nation der Start-ups zu machen. Hierzu bedürfe es eines gemeinsamen vorausschauenden Handelns, Unternehmergeist und einer Unterstützung durch den Staat.

Die Unternehmenssteuer und die Lasten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen reduziert werden, indem die Anreizmechanismen für Innovation vereinfacht und das Sondersystem der Sozialversicherung für Selbstständige abgeschafft wird, um ein attraktiveres Umfeld für Unternehmer zu schaffen, das ihnen zu mehr und schnellerem Erfolg verhilft, auf Landesebene, aber auch auf europäischer und internationaler Ebene. Staatspräsident Macron plädiert für eine Aufhebung der Schranken zwischen den Start-ups und den großen Konzernen. Er will die Entstehung von Marktführern unterstützen, indem die Vermögenssteuer und die Besteuerung von Investitionen in Unternehmen, von Start-ups und von Innovationen reduziert werden, um dem Markt die Mittel zurückzugeben, die bislang eher in den Immobiliensektor investiert wurden. Dies soll im kommenden Haushaltsgesetz festgehalten werden, mit einer einheitlichen Pauschalabgabe von 30 % auf Kapitalerträge. Ferner sollen Reinvestitionen in Start-ups und Innovation gefördert werden. Ein mit 10 Milliarden Euro dotierter Innovationsfonds soll die entscheidenden Wachstumsetappen begleiten.

Auch auf europäischer Ebene setzt er sich für die Förderung von Innovationen ein. Europa muss die Einrichtung eines echten europäischen Venture-Capital-Fonds um die Länder Frankreich, Deutschland und Italien vollziehen, der den Start-ups ermöglicht, den 2. und 3. Anlauf zur Mittelbschaffung zum Erfolg zu führen. Er will sich für einen digitalen Binnenmarkt einsetzen, in dem jedes in Frankreich gegründete Start-up unmittelbaren Zugang zu dem aus 27 Ländern bestehenden Markt haben soll und sich nicht erst mit 27 unterschiedlichen Regulierungsbehörden auseinandersetzen muss und deshalb von Anfang an mit einem zuweilen uneinholbaren Rückstand gegenüber Start-ups aus den USA oder China zu kämpfen hat.

Ein weiteres Ziel Macrons ist es, Frankreich zu einer treibenden Kraft bei einigen Zukunftsthemen wie dem lnternet der Dinge, der künstlichen Intelligenz, der Vereinbarkeit von Digitalisierung und Cleantech bzw. aller grünen Technologien sowie der Vereinbarkeit von Digitalisierung und Gesundheitsversorgung zu machen. Der Staat wird bis 2022 all seine Abläufe digitalisieren und hier massiv investieren. Darin liegt einer der Schwerpunkte des von ihm angekündigten Investitionsplans.

 

Quelle: Rede von Staatspräsident Macron, 19.06.2017 – http://www.elysee.fr/declarations/article/discours-du-president-de-la-republique-salon-vivatech/

Übersetzerin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr