logo

Wissenschaftsportal der Französischen Botschaft in Deutschland

mariane

Alzheimer: Antikörper von Lamas spüren Hirnschäden auf

Die größte Herausforderung bei der Behandlung von Alzheimer besteht im frühzeitigen Aufspüren von Krankheitsmarkern. Da sich diese jedoch im Gehirn selbst befinden, sind sie nur schwer zugänglich. Forschern des Institut Pasteur, des französischen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung (INSERM), des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS), der Behörde für Atom- und alternative Energien (CEA) und der Universitäten Pierre und Marie Curie und Paris Descartes sowie des Pharmaunternehmens Roche ist es nun gelungen, die Gehirnzellen in einem Mausmodell mit einer nicht invasiven Methode zu erreichen. Dafür nutzten sie zwei Antikörper-Typen von Lamas, mit denen die Blut-Hirn-Schranke überwunden werden konnte. Mit diesen Antikörpern werden speziell die Amyloid-Plaques (Eiweißablagerungen) und die Neurofibrillenbündel (NFT) markiert und so die beiden für die Alzheimer-Erkrankung charakteristischen Hirnschädigungen sichtbar gemacht. Die Ergebnisse wurden am 7. Oktober 2016 in der Fachzeitschrift Journal of Controlled Release veröffentlicht.


Die größte Herausforderung bei der Behandlung von Alzheimer besteht im frühzeitigen Aufspüren von Krankheitsmarkern. Da sich diese jedoch im Gehirn selbst befinden, sind sie nur schwer zugänglich. Forschern des Institut Pasteur, des französischen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung (INSERM), des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS), der Behörde für Atom- und alternative Energien (CEA) und der Universitäten Pierre und Marie Curie und Paris Descartes sowie des Pharmaunternehmens Roche ist es nun gelungen, die Gehirnzellen in einem Mausmodell mit einer nicht invasiven Methode zu erreichen. Dafür nutzten sie zwei Antikörper-Typen von Lamas, mit denen die Blut-Hirn-Schranke überwunden werden konnte. Mit diesen Antikörpern werden speziell die Amyloid-Plaques (Eiweißablagerungen) und die Neurofibrillenbündel (NFT) markiert und so die beiden für die Alzheimer-Erkrankung charakteristischen Hirnschädigungen sichtbar gemacht. Die Ergebnisse wurden am 7. Oktober 2016 in der Fachzeitschrift Journal of Controlled Release veröffentlicht.

 

Antikörper von Tieren (Nanobodies) sind deutlich kleiner und somit leichter einzusetzen. Sie sind zudem in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, die das Gehirn normalerweise vor Bakterienangriffen schützt, aber auch das Eindringen potentieller therapeutischer Moleküle in das Hirn verhindert.

 

Die von den Forschern entdeckten Antikörper wurden bereits in vitro an Hirngewebe bei Alzheimer-Patienten getestet sowie in vivo an zwei Mausmodellen, die jeweils eines der charakteristischen Symptome der Alzheimer-Erkrankung aufwiesen. Die Antikörper, die mit einem grünen Fluoreszenz-Farbstoff versehen werden, werden intravenös injiziert, passieren die Hirn-Blut-Schranke und heften sich an die zu identifizierenden Ziele: die Amyloid-Proteine und die Neurofibrillenbündel. So können die Anzeichen für Alzheimer bei der Zwei-Photonen-Mikroskopie sichtbar gemacht werden. Derzeit arbeiten die Forscher an einer MRT-Technologie, mit der die Schädigungen beobachtet werden können.

 

Durch eine frühzeitige Diagnose wären Behandlungen denkbar, noch bevor die ersten Anzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung auftreten. Diese Antikörper könnten mit therapeutischen Molekülen gekoppelt werden, um diese gezielt ins Gehirn zu schleusen.

 

Für diese Antikörper sowie deren Nutzung basierend auf ihrer Fähigkeit, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und sich an Amyloid-Proteine und Tau-Proteine zu heften, wurden bereits Patente eingereicht.

 

Die Arbeiten wurden finanziell unterstützt vom Institut Roche, der France Alzheimer Stiftung und der Georges Pompidou Stiftung.

 

 

Quelle: Pressemitteilung der CEA, 04.11.2016 – http://www.cea.fr/Pages/actualites/sante-sciences-du-vivant/diagnostic-maladie-alzheimer-des-anticorps-de-lama-detectent-les-lesions-cerebrales.aspx

 

Übersetzerin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr