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Ebola: Vorläufige Ergebnisse der klinischen Studie in Guinea

Am 17. Dezember 2014 wurde eine vom Inserm [1] geleitete klinische Studie in Guinea gestartet. Sie zielt darauf ab, die Effizienz von Favipiravir, ein von einem japanischen Unternehmen vertriebenes antivirales Medikament, zu untersuchen, um die Mortalität der mit Ebola infizierten Menschen in Guinea zu senken. Favipiravir wurde bereits gegen Grippe an Menschen getestet, und seine Effizienz gegen Ebola konnte sowohl in vitro als auch an Mäusen bewiesen werden.


Am 17. Dezember 2014 wurde eine vom Inserm [1] geleitete klinische Studie in Guinea gestartet. Sie zielt darauf ab, die Effizienz von Favipiravir, ein von einem japanischen Unternehmen vertriebenes antivirales Medikament, zu untersuchen, um die Mortalität der mit Ebola infizierten Menschen in Guinea zu senken. Favipiravir wurde bereits gegen Grippe an Menschen getestet, und seine Effizienz gegen Ebola konnte sowohl in vitro als auch an Mäusen bewiesen werden.

 

Die Ergebnisse der Studie für die ersten 80 Teilnehmer wurden am 25. Februar 2015 auf der CROI (Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections) in Seattle präsentiert. Zwei wichtige Rückschlüsse konnten bereits aus der Studie gezogen werden:

 

– das Medikament ist bei Patienten mit einer sehr hohen Viruslast und schweren viszeralen Schädigungen nicht effizient. 42% der Teilnehmer kamen mit einer sehr hohen Viruslast (>108 Viruskopien/mL Blut) in die Behandlungszentren. 93% dieser Patienten verstarben. Die Mortalitätsrate lag drei Monate vor Beginn der Studie bei 85%. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Favipiravir nicht die Sterblichkeit der Patienten im fortgeschrittenen Stadium senkt.

 

– Hingegen gibt es ermutigende Ergebnisse für Patienten mit einer mittleren bzw. hohen Viruslast, ohne schwere viszerale Schädigungen. Dies betraf 58% der Teilnehmer, von denen 15% verstarben. Drei Monate vor Beginn der Studie starben 30% der Patienten mit denselben Merkmalen. Diese Ergebnisse geben Hoffnung zu der Annahme, dass Favipiravir die Sterblichkeit der Patienten im früheren Stadium der Krankheit senken kann.

 

Diese Ergebnisse gaben Anlass dazu:

– die Studie weiterzuführen und die Behandlung so früh wie möglich nach Ausbruch der ersten Symptome zu starten

– neue Therapiemöglichkeiten für Patienten im sehr fortgeschrittenen Stadium der Krankheit zu finden.

 

Diese Ergebnisse müssen vor der Einführung des Medikaments noch an einer sehr viel größeren Anzahl von Patienten bestätigt werden.

 

[1] INSERM – französisches Institut für Gesundheit und medizinische Forschung

 

 

Weitere Informationen:

 

Quelle: “Résultats préliminaires de l’essai clinique JIKI visant à tester l’efficacité du favipiravir pour réduire la mortalité chez les personnes infectées par le virus Ebola en Guinée”, Pressemitteilung des Inserm, 24.02.2015 – http://presse-inserm.fr/essai-clinique-jiki-efficacite-du-favipiravir-virus-ebola/18076/

 

Redakteurin: Rébecca Grojsman, rebecca.grojsman@diplomatie.gouv.fr