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Französische Regierung erklärt Forschung auf dem Gebiet des Autismus und die Betreuung der von ihm betroffenen Personen zum „Großen Nationalen Anliegen 2012“

Mit steigender Tendenz sind in Frankreich fast 600 000 Menschen von Autismus betroffen (ein Kind auf 150 000). Die französische Regierung legt zur Zeit die Grundlage für einen „Plan autisme 2012 – 2015“, der im Verlaufe des vierten Quartals 2012 veröffentlicht werden und gleichzeitig in Kraft treten soll.


Mit steigender Tendenz sind in Frankreich fast 600 000 Menschen von Autismus betroffen (ein Kind auf 150 000). Die französische Regierung legt zur Zeit die Grundlage für einen „Plan autisme 2012 – 2015“, der im Verlaufe des vierten Quartals 2012 veröffentlicht werden und gleichzeitig in Kraft treten soll.

 

Auf der Grundlage der von der Generalversammlung am 18.12.2007 angenommenen Resolution „WorldAutism Awareness“ wird seit dem Jahre 2008 am 2. April jeden Jahres weltweit der „UN-Autismus-Tag“durchgeführt, um die Bevölkerung unter dem Motto „Gemeinsam für Autismus“ stärker für das Schicksal der von Autismus betroffenen Personen sowie ihrer Familien zu sensibilisieren und ihr Bewusstsein für Autismus als gesellschaftliches Problem zu verstärken.

 

Mit dem Ziel, in diesem Jahr eine entscheidende Etappe in der Umsetzung von Antworten auf Anliegen der von Autismus betroffenen Personen und ihrer Familien zu vollziehen,  hat Premierminister Francois Fillon kürzlich vier Minister seiner Regierung – die Ministerin für Solidarität und sozialen Zusammenhang in Zusammenarbeit mit dem Minister für Arbeit, Beschäftigung und Gesundheit, dem Minister für Erziehung und Jugend sowie Forschungsminister Laurent Wauquiez – beauftragt, die Ausarbeitung eines neuen „Autismus-Plans“ in Angriff zu nehmen. Dieser Plan, der den Zeitraum 2012 – 2015 abdecken wird, soll es Frankreich erlauben, seinen Rückstand in der Betreuung und Behandlung der betroffenen Personen aufzuholen. Die hierzu von ihm gemachten Vorgaben tragen den Titel „Orientations pour le plan autisme 2012 – 2015“. Die auf der Web-Seite auch des französischen Forschungsministeriums veröffentlichten „Orientations“ enthalten folgende Hauptabschnitte:

  • „In Durchführung des „Plan autisme 2008 – 2010“ wurde eine außergewöhnliche Anstrengung unternommen, um das Problem des Autismus in globaler Weise anzugehen“ (Darstellung der Ergebnisse einer Evaluierung)
  • „Der durch den „Plan autisme 2008 – 2010“ ausgelösten Dynamik eine breitere Grundlage geben“ („amplifier“)

Der „Plan autisme 2012 – 2015“ soll bis zum Ende des letzten Quartals 2012 zur Veröffentlichung reif sein und gleichzeitig in Kraft gesetzt werden. Er soll auf interministerieller Ebene unter Einbeziehung aller Akteure, die im „Comité national de l‘ autisme“ (CNA) vertreten sind, ausgearbeitet werden. Das CNA wird in die zur Kontrolle der Durchführung vorzusehenden Etappen des Plans einbezogen.

 

  • „Die soziale Beteiligung und die Anerkennung der von Autismus betroffenen Personen als vollwertige Bürger ist zu gewährleisten.“
  • Erste Priorität: Die Forschung über den Autismus ist zu intensivieren und der jeweilige Wissenstand zu konsolidieren:
    – „Der interdisziplinäre Koordination der Forschung über den Autismus“
    – „Die –z.T. schon bestehenden – Instrumente zur Durchführung der zubeschließenden Maßnahmen
    – „Die Internationalisierung der französischen Forschung“

Frankreich wird in die bereits begonnenen Gesprächen über die EU- Forschung der nächsten Jahre („Horizont 2020“; 8. Forschungsrahmenprogramm 2014 – 2020) seinen Wunsch einbringen, die einschlägigen Forschungen in die Liste der europäischen Forschungsprioritäten aufzunehmen.

  • Zweite Priorität: Die Diagnose und die umfassende Begleitung und Behandlung der von Autismus betroffenen Personen ist zu verbessern, um diesen Vorschläge für einen „echten Lebensablauf“ („véritables parcours de vie“)  und ihre Einbeziehung in das Leben der Gesellschaft machen zu können:
    – „Die Diagnose ist zu beschleunigen und der Übergang zwischen der Diagnose undder Begleitung der Betroffenen und ihrer Familien zu verbessern.
    – (es folgen in den „Orientations“ sechs weitere Unterabschnitte: s.o.)
  •  „Dritte Priorität: Die Ausbildung (einschließlich Hochschulebene), Information und Sensibilisierung der im Bereich Autismus tätigen Personen sind zu verstärken“.
  • “Die Erneuerung der interministeriellen Leitungsstruktur im Bereich Autismus und die Steuerung der im „Plan autisme 2012 – 2015“ vorzusehenden Einzelmaßnahmen auf den verschiedenen Ebenen der Verwaltung als Aufgabe zahlreicher Akteure  (vor allem des Gesundheits- und Sozialwesens)”

 

Quelle: www.recherche.gouv.fr
Redaktion:12.04.2012 von Dr. Hermann Schmitz-Wenzel, DFGWT – Deutsch-Französische Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie e. V.
Weitere Informationen:http://media.enseignementsup-recherche.gouv.fr/file/Autres_manifestations/30/1/Orientations_plan_autisme_212301.pdf