logo

Wissenschaftsportal der Französischen Botschaft in Deutschland

mariane

Nanomedikamente zum Schutz der Neuronen

Wissenschaftler des Instituts Galien, der türkischen Universität Hacettepe und des CEA-IBITECS (Institut für Biologie und Technologien in Sacley der Behörde für Atomenergie und alternative Energien) haben ein Nanomedikament zur Behandlung bestimmter Erkrankungen wie zerebraler Ischämien und Knochenmarkverletzungen entwickelt. Das Nanomedikament besteht aus dem therapeutischen Molekül Adenosin und dem Vektor Squalen.


Wissenschaftler des Instituts Galien, der türkischen Universität Hacettepe und des CEA-IBITECS (Institut für Biologie und Technologien in Sacley der Behörde für Atomenergie und alternative Energien) haben ein Nanomedikament zur Behandlung bestimmter Erkrankungen wie zerebraler Ischämien und Knochenmarkverletzungen entwickelt. Das Nanomedikament besteht aus dem therapeutischen Molekül Adenosin und dem Vektor Squalen.

 

Die Abgabe von Medikamenten im Organismus zur Behandlung neurologischer Erkrankungen ist nicht einfach: Viele Moleküle werden zu schnell abgebaut und ausgeschieden. Außerdem können sie oft nicht die Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Hirn (Blut-Hirn-Schranke) überwinden.

 

Adenosin ist ein Wirkstoff, der auf verschiedene Rezeptoren des Zentral- und des peripheren Nervensystems wirkt. Nach der Verabreichung wirkt Adenosin nur sehr kurz im Blut (nach weniger als einer Minute geht die Hälfte seiner Wirkung verloren), es kann die Blut-Hirn-Schranke nicht durchdringen und hat potentielle Nebenwirkungen, weshalb es nicht allein zur Behandlung zerebraler Erkrankungen eingesetzt werden kann.

 

Um diesen Einschränkungen entgegenzuwirken, haben die Wissenschaftler die Verabreichung von Adenosin mit einem Vektor gekoppelt. Als Arzneimittelträger nutzten sie ein natürliches Lipid, das sogenannte Squalen, und konnten so Nanoteilchen von 120 Nanometern herstellen. Diese Nanoteilchen wurden an Mausmodellen mit zerebralen Ischämien und Knochenmarkverletzungen getestet und mit Hilfe radioaktiver Marker im Blutkreisverlauf verfolgt. Dank dieser Kombination konnte die Zirkulationszeit im Blut vor dem Stoffwechselprozess verlängert und die Interaktion mit den neurologischen Rezeptoren verbessert werden. Darüber hinaus wurden keine Nebenwirkungen beobachtet.

 

Quelle: ″Un nanomédicament pour protéger les neurones″, Pressemitteilung der CEA – 05.03.2015 – http://portail.cea.fr/actualites-scientifiques/pages/sante-sciences-du-vivant/un-nanomedicament-pour-proteger-les-neurones.aspx

 

Redakteurin: Rébecca Grojsman, rebecca.grojsman@diplomatie.gouv.fr