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Neuronale Prozesse steuern die Nährstoff-Aufspaltung

Die durch Fettleibigkeit bedingten Erkrankungen wie Diabetes und Dyslipämie resultieren nicht nur aus einer übermäßigen Nahrungsaufnahme, sondern auch aus einem gestörten Stoffwechsel, einschließlich der defekten Umwandlung, Speicherung und Nutzung von Nährstoffen. Die für diese Nährstoff-Aufspaltung verantwortlichen Mechanismen waren bislang jedoch nur unzureichend bekannt.


Die durch Fettleibigkeit bedingten Erkrankungen wie Diabetes und Dyslipämie resultieren nicht nur aus einer übermäßigen Nahrungsaufnahme, sondern auch aus einem gestörten Stoffwechsel, einschließlich der defekten Umwandlung, Speicherung und Nutzung von Nährstoffen. Die für diese Nährstoff-Aufspaltung verantwortlichen Mechanismen waren bislang jedoch nur unzureichend bekannt. Einem Forscherteam des CNRS-Labors für adaptive und funktionelle Biologie der Universität Paris Diderot gelang es nun, eine Neuronengruppe im Gehirn zu identifizieren – die sogenannten AgRP-Neuronen -, die die Nährstoff-Aufspaltung regulieren [1].

 

Die Forscher konnten nachweisen, dass Mäuse mit nur wenigen AgRP-Neuronen bei einer normalen Ernährung fettleibig werden. Im Gegensatz dazu verbesserte sich ihr Glucosestoffwechsel durch eine fettreiche Ernährung. Diese Experimente zeigen also, dass die AgRP-Neuronen, bisher bekannt für die Steuerung der Nahrungsaufnahme, auch auf die Nährstoff-Aufspaltung in der Bauchspeicheldrüse, der Leber sowie in verschiedenen Muskeln wirken. Ohne AgRP-Neuronen ändert sich der zentrale Befehl, der das Gleichgewicht zwischen der Verwertung von Zuckern oder Lipiden definiert. Dies hat zur Folge, dass die Mäuse besser auf eine fettreiche Ernährung reagieren.

 

Somit könnte das Verständnis all dieser Prozesse zur Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen beitragen.

 

 

[1] Dieses Ergebnis wurde in der Fachzeitschrift “The EMBO Journal” veröffentlicht: http://www.nature.com/emboj/journal/vaop/ncurrent/full/emboj2012250a.html

 

Kontakt: Serge Luquet, Forscher am CNRS-Labor für adaptive und funktionelle Biologie der Universität Paris Diderot – Tel: +49 (0)1 57 27 77 93 – Email: serge.luquet@univ-paris-diderot.frhttp://www.bfa.univ-paris-diderot.fr/spip.php?rubrique81&lang=en

 

Quelle: Pressemitteilung des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) – 18/09/2012 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/2783.htm

 

Redakteur: Lucas Ansart, lucas.ansart@diplomatie.gouv.fr