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Testosteron erhöht Eisenüberladung bei chronischen Lebererkrankungen

Ein Forscherteam des INSERM [1] Toulouse hat kürzlich die Mechanismen entschlüsselt, die für die Unterschiede bei der Eisenaufnahme zwischen Männern und Frauen verantwortlich sind. Sie haben an Mäusen aufgezeigt, wie mit einem Medikament, das bereits bei der Behandlung von bestimmten Bronchialkarzinomen eingesetzt wird, die Wirkung des männlichen Hormons abgeschwächt werden kann.


 

Ein Forscherteam des INSERM [1] Toulouse hat kürzlich die Mechanismen entschlüsselt, die für die Unterschiede bei der Eisenaufnahme zwischen Männern und Frauen verantwortlich sind. Sie haben an Mäusen aufgezeigt, wie mit einem Medikament, das bereits bei der Behandlung von bestimmten Bronchialkarzinomen eingesetzt wird, die Wirkung des männlichen Hormons abgeschwächt werden kann.

 

Der Eisenstoffwechsel ist bei Männern und Frauen unterschiedlich. Aus diesem Grund verlaufen chronische Lebererkrankungen, die mit einer reduzierten Hepcidin-Produktion einhergehen – einem Hormon, das die Eisenaufnahme im Zwölffingerdarm hemmt -, bei Männern häufig schwerer als bei Frauen, wie z.B. bei Hepatitis C, alkoholbedingten Lebererkrankungen und hereditären Hämochromatosen.

 

Mit dem Ziel, die Mechanismen dieses Geschlechtsunterschieds besser zu verstehen, machten sich Marie-Paule Roth und ihre Kollegen des Zentrums für Physiopathologie in Purpan (fakultätsübergreifende Forschergruppe des Inserm, des CNRS [2] und der Universität Paul Sabatier in Toulouse) die großen Unterschiede in der Hepcidin-Expression und der Eisenüberladung zunutze, die zwischen männlichen und weiblichen Mäusen mit einer Eisenstoffwechsel-Störung beobachtet wurden.

 

Die Forscher konnten aufzeigen, dass Testosteron bei diesen Mäusen als wirksamer Hepcidin-Repressor fungiert, da es in der Leber die Rezeptoren des Wachstumsfaktors EGF aktiviert. Werden jedoch die EGF-Rezeptoren durch ein Medikament, das zur Behandlung bestimmter Bronchialkarzinome bei männlichen Mäusen verwendet wird, gehemmt, wird die Repression durch das Testosteron aufgehoben und die Hepcidin-Produktion ist deutlich erhöht.

 

Durch die Entfernung der Keimdrüsen der männlichen Mäuse wird nicht nur das Hepcidin erhöht, sondern auch die Eisenüberladung in Herz und Bauchspeicheldrüse bei diesen Mäusen stark gesenkt.

 

Schlussfolgernd unterstreichen Marie-Paule Roth und ihr Team: “Diese Ergebnisse zeigen, dass die Unterdrückung der Hepcidin-Produktion durch Testosteron negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Patienten haben kann, die aus verschiedenen Gründen sowieso nur kleine Hepcidin-Mengen produzieren können”. Wird die Aktivierung der EGF-Rezeptoren bei diesen Patienten gehemmt, könnte damit die Hepcidin-Produktion stimuliert und die Eisenüberladung begrenzt werden, die den Krankheitsverlauf bei chronischen Lebererkrankungen verschlechtern würde.

 

[1] INSERM – nationales Institut für Gesundheit und medizinische Forschung

[2] CNRS – nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung

 

 

Kontakt:

– Marie-Paule Roth, Unité Inserm 1043 – Centre de Physiopathologie de Toulouse Purpan,  Toulouse – E-Mail: marie-paule.roth@inserm.fr – Tel.: +33 5 62 74 45 08

 

Quelle: Pressemitteilung des Inserm – 20.08.2013 – http://presse-inserm.fr/la-testosterone-a-lorigine-dune-aggravation-de-la-surcharge-en-fer-dans-les-maladies-chroniques-du-foie/9173/

 

Redakteur: Louis Thiebault, louis.thiebault@diplomatie.gouv.frhttps://www.wissenschaft-frankreich.de