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Welche nationale Strategie für endokrine Disruptoren?

Einige Produkte und Alltagsgegenstände (Waschmittel, Kunststoffe, Kosmetika, Textilien, Farben) enthalten chemische Substanzen, die als endokrine Disruptoren [1] Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt haben können. Aus diesem Grund ist die Begrenzung der Belastung für Mensch und Umwelt entscheidend, insbesondere für anfällige Bevölkerungsgruppen wie Kleinkinder und schwangere Frauen.


 

Einige Produkte und Alltagsgegenstände (Waschmittel, Kunststoffe, Kosmetika, Textilien, Farben) enthalten chemische Substanzen, die als endokrine Disruptoren [1] Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt haben können. Aus diesem Grund ist die Begrenzung der Belastung für Mensch und Umwelt entscheidend, insbesondere für anfällige Bevölkerungsgruppen wie Kleinkinder und schwangere Frauen.

 

In Frankreich wurde eine öffentliche Konsultation zu endokrinen Disruptoren gestartet: Bis zum 20. September 2013 können sich alle Interessierten im Internet informieren bzw. selbst Beiträge einreichen. Diese Konsultation erfolgt auf der Grundlage von Vorschlägen einer Arbeitsgruppe, die im Anschluss an die Umweltkonferenz im September 2012 mit der Verfassung eines Berichts zu endokrinen Disruptoren beauftragt wurde.

 

Die Arbeitsgruppe – zu der Abgeordnete des europäischen und des französischen Parlaments, staatliche Forschungseinrichtungen, nichtstaatliche Organisationen, Unternehmensverbände und Experten zählen –schlägt in ihrem Bericht eine Intensivierung der Forschungsanstrengungen vor, insbesondere zu den gesundheitlichen Auswirkungen (geringe Dosis, Cocktail-Effekt, generationsübergreifende Auswirkungen), und den Auswirkungen auf die Artenvielfalt und den möglichen Alternativen. Sie schlägt die Prüfung von mindestens fünf endokrin wirksamen Substanzen pro Jahr vor, um deren gesundheitsschädliche Auswirkungen untersuchen und ihre Risiken besser bewältigen zu können.

Die Arbeitsgruppe empfiehlt weiterhin, dass die künftige nationale Strategie als Motor für Innovationen fungieren sollte: Die Industrie muss hier eine entscheidende Rolle spielen, z.B. durch die Organisation von Plattformen für den Informationsaustausch. Sie muss außerdem dazu beitragen, dass sich die Verbraucher und Arbeitnehmer besser vor den Gefahren endokriner Disruptoren schützen können, insbesondere durch eine verbesserte öffentliche Information, weiterführende Untersuchungen zu spezifischen Kennzeichnungen, Ausbildung von Fachkräften, etc.

 

Am Ende dieser Konsultation wird Frankreich, in Übereinstimmung mit europäischen und internationalen Maßnahmen, eine Strategie verabschieden.

 

[1] Als endokrin wirksame Substanzen bezeichnet man Stoffe, die das Hormonsystem von Organismen beeinflussen können. Führt diese Wechselwirkung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, dann spricht man von Endokrinen Disruptoren.

 

 

Quelle:

Veröffentlichung des französischen Ministeriums für Umwelt, Nachhaltige Entwicklung und Energie – 20.08.2013 – http://www.developpement-durable.gouv.fr/Quelle-strategie-nationale-sur-les.html

Redakteur:

Clément Guyot, clement.guyot@diplomatie.gouv.fr