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Austausch von Wissenschaftsjournalisten zwischen PARIS und BERLIN

Vor etwa 18 Monaten trafen sich Yves Sciama vom AJSPI (Französischer Verband der Wissenschaftsjournalisten) und Volker Stollorz vom WPK (Deutscher Verband der Wissenschaftsjournalisten) zu einer Konferenz. Im Laufe der Gespräche wurde deutlich, dass die beiden Verbände viel gemeinsam haben und insbesondere ein ähnliches Verständnis von der Besonderheit des Wissenschaftsjournalismus. Vor diesem Hintergrund wurden sie Gründungsmitglieder der neuen European Federation for Science Journalism.

Austausch von Wissenschaftsjournalisten zwischen PARIS und BERLIN

Die beiden Journalisten plädierten dafür, dass die Mitglieder der beiden Verbände sich besser kennenlernen und sich an interessanten Forschungsprojekten beteiligen. Auf diese Weise könne man über die Herausforderungen des Berufs diskutieren und vergleichen, welche Mittel zu ihrer Bewältigung jeweils zur Verfügung stehen. So entstand die Idee eines Austauschs zwischen den beiden Verbänden.

Einige Monate später und nach einer Reihe von Telefonkonferenzen wurden passende Termine gefunden und ein ungefährer Rahmen festgelegt: Zehn deutsche Journalisten werden im April nach Paris reisen – das Wetter wird wahrscheinlich besser sein als in Berlin – und umgekehrt werden im Mai zehn französische Journalisten in die deutsche Hauptstadt kommen. Um die Kosten zu minimieren, wird jeder Journalist einen Kollegen empfangen.

So verbrachte die deutsche Gruppe Anfang April drei Tage mit ihren französischen Kollegen am Institut Curie, um sich mit dem Projekt LifeTime[1] vertraut zu machen, die Forschung an verschiedenen CNRS-Instituten zu entdecken, den Baxter-Roboter am Institut für Intelligente Systeme und Robotik zu begutachten und zu entdecken, was die HIROX-Kamera für die Sammlungen im Musée du quai Branly leisten kann. Ein Willkommensdinner und eine Bootsfahrt auf der Seine waren ausgezeichnete Gelegenheiten, Ideen und Gedanken auszutauschen.

Umgekehrt kommen zehn französische Wissenschaftsjournalisten nach Berlin und werden gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen den deutschen Teil des LifeTime Projekts im Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) entdecken, bevor sie Emmanuelle Charpentier[2] in ihrem Labor besuchen. Ein Tag in Adlershof ist einem Einblick in die Arbeit der Elektronenspeicherring-Anlage BESSY[3] sowie in die Forschungsarbeiten zu Perowskit[4] am Helmholtz-Zentrum in Berlin (HZB) gewidmet. Die Forschung und Prüfung modernster Materialien wird dann an der Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM)[5] durchgeführt. Schließlich fährt die Gruppe nach Potsdam, wo am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung[6] der aktuelle Stand zu Klimarisiken und mögliche Klimalösungen diskutiert werden. Die letzte Station wird dann das deutsche GeoForschungszentrum (GFZ)[7] sein, wo die Journalisten mehr über seismische Risiken, seismische Warnungen und das Tsunami-Frühwarnsystem erfahren werden.

Auch in Berlin stehen viele Möglichkeiten zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch auf dem Programm, darunter ein Empfang in der Französischen Botschaft und ein Ausflug ins Schloss Belvedere in Potsdam bei Sonnenuntergang oder im Mondschein.

Unser besonderer Dank gilt dem Helmholtz-Zentrum in Berlin für die Unterstützung des Besuchs in Adlershof.

[1]  Das LifeTime Projekt bringt 18 Partner zusammen, die 53 Forschungseinrichtungen in 15 Ländern und 80 Unternehmen vertreten.

[2]  Directorin am Berliner Max – Planck- Insititut für Infektionsbiologie

[3] Der Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung  (BESSY)

[4] CaTiO3-Mineral (Calciumtitanat), das in der Zusammensetzung einiger Photovoltaikzellen verwendet wird.

[5] BAM  Bundesanstalt für Materialforschung und- prüfung BAM

[6] Potsdam- Institut für Klimafolgenforschung

[7] https://www.gfz-potsdam.de/startseite/