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Antarktis: Temperatur und CO2 stiegen in der Vergangenheit gleichzeitig

Im Rahmen einer Studie schlussfolgerte ein europäisches Forscherteam, dass am Ende der letzten Eiszeit (vor 20.000 bis 10.000 Jahren) der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre zeitgleich mit der antarktischen Temperatur angestiegen ist. Diese Forschungsergebnisse, die auf der Analyse von 5 Eisbohrkernen aus der Antarktis beruhen, widerlegen die Ergebnisse früherer Studien, die auf eine zeitliche Verzögerung des CO2-Anstiegs zur Temperatur schließen ließen. Diese neuen Schlussfolgerungen deuten daraufhin, dass das CO2 eine mögliche Ursache für den Klimawandel am Südpol sein könnte.


Im Rahmen einer Studie schlussfolgerte ein europäisches Forscherteam, dass am Ende der letzten Eiszeit (vor 20.000 bis 10.000 Jahren) der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre zeitgleich mit der antarktischen Temperatur angestiegen ist. Diese Forschungsergebnisse, die auf der Analyse von 5 Eisbohrkernen aus der Antarktis beruhen, widerlegen die Ergebnisse früherer Studien, die auf eine zeitliche Verzögerung des CO2-Anstiegs zur Temperatur schließen ließen. Diese neuen Schlussfolgerungen deuten daraufhin, dass das CO2 eine mögliche Ursache für den Klimawandel am Südpol sein könnte.

 

Kernbohrer mit frischer Eiskernbohrung aus dem Talos Dome, Antarktis, 2005-2006© Frédéric Parrenin, LGGE (CNRS / UJF)

Kernbohrer mit frischer Eiskernbohrung aus dem Talos Dome, Antarktis, 2005-2006
© Frédéric Parrenin, LGGE (CNRS / UJF)

 

 

Die polaren Eiskappen bilden ein ausgezeichnetes Archiv für Veränderungen in der Atmosphäre und im Polarklima. Die Analyse von Eisbohrkernen gibt Rückschlüsse auf die Temperatur und die CO2-Konzentration zu einem bestimmten Zeitpunkt. Konzentrationen der Treibhausgase werden direkt an antiken Luftblasen gemessen, die bei ihrer Entstehung erst komplett von der Atmosphäre getrennt sein müssen. Dies geschieht am unteren Ende des Firnes beim sogenannten Blasenabschluss in einer Tiefe von etwa 100 Metern, wenn sich Schnee zu Eis verdichtet. Die neue Vermessungstechnik mit Hilfe des Stickstoff-Isotops 15 ermöglicht eine bessere relative Datierung der Eisschichten und der darin enthaltenen Luftblasen.

 

Die am 28. Februar in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie wurde von französischen Forschern des Labors für Gletscherkunde und Umwelt-Geophysik (LGGE / OSIG, CNRS / UJF) und des Labors für Klima- und Umweltwissenschaften (LSCE / IPSL, CNRS / CEA / UVSQ) durchgeführt.

 

Weitere Informationen zur Studie:

Synchronous Change of Atmospheric CO2 and Antarctic Temperature During the Last Deglacial Warming, F. Parrenin, V. Masson-Delmotte, P. Köhler, D. Raynaud, D. Paillard, J. Schwander, C. Barbante, A. Landais, A. Wegner, J. Jouzel, Science. 1. März 2013.

 

Kontakt: Frédéric Parrenin, LGGE/OSUG – Tel.:+33 (0)4 76 82 42 65 – E-Mail: frederic.parrenin@lgge.obs.ujf-grenoble.fr

 

Quellen:

– Veröffentlichung des französischen Ministeriums für Umwelt, Nachhaltige Entwicklung und Energie – 13.03.2013 –  http://www.developpement-durable.gouv.fr/Temperature-en-Antarctique-et-CO2.html

– Pressemitteilung des CNRS  – 28.02.2013 – http://www.insu.cnrs.fr/node/4261?utm_source=DNI&utm_medium=Newsletters

 

Redakteur: Clément Guyot, clement.guyot@diplomatie.gouv.fr