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CO2-Speicherung in Nickelproduktionsabfällen

Die französische Organisation für geologische- und Bergwerksforschung (BRGM) und mehrere Partner aus Wissenschaft und Industrie [1] haben am 4. März 2016 die Ergebnisse des Projektes “Carboscories” vorgestellt. Das Ziel war es, das Potenzial der Nickelschlacken zur CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) in Neukaledonien einzuschätzen.


Die französische Organisation für geologische- und Bergwerksforschung (BRGM) und mehrere Partner aus Wissenschaft und Industrie [1] haben am 4. März 2016 die Ergebnisse des Projektes “Carboscories” vorgestellt. Das Ziel war es, das Potenzial der Nickelschlacken zur CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) in Neukaledonien einzuschätzen.

 

Die Schlacken entstehen beim Nickelverarbeitungsprozess und sind Schmelzrückstände nichtmetallischer Art. Sie werden häufig als Füllmaterial auf Baustellen eingesetzt. Ein vorangegangenes Projekt hatte bereits gezeigt, dass die Schlacken CO2 aufnehmen können und dass dieses Potenzial durch eine geeignete Behandlung verbessert werden könnte.

 

Im Rahmen von “Carboscories” wurden die Schlacken erstmals in kleine Partikel (100 μm) zerdrückt und dann unter Hochdruck in heißes Wasser eingetaucht (180 °C, 20 bar), das gelöstes CO2 enthielt. Ein Teil der Schlacken löste sich darin auf. Die einzelnen Elemente reagierten daraufhin mit dem Kohlenstoff und es bildete sich Magnesiumcarbonat (MgCO3). Diese winzigen Partikel (1 μm) könnten auch als Füllmaterial eingesetzt werden. Die durchgeführten Laborexperimente haben den Prozess für kleine Mengen (50 g) geprüft. Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Prozess auch bei niedrigeren Temperaturen möglich wäre.

 

Die Forscher schätzen, dass eine Tonne Schlacke zwischen 200 und 300 kg CO2 speichern könnte. In Neukaledonien werden 3 Millionen Tonnen Schlacke pro Jahr produziert. Die Ausnutzung dieses Potenzials würde den CO2-Ausstoß von ungefähr 20 000 Bewohnern der Insel ausgleichen.

 

Das Projekt Carboscories lief über 18 Monate und verfügte über ein Budget von 270 000 Euro. Es wurde im Rahmen des Forschungskonsortiums “Nickel und seine Umwelt” [2] finanziert, das über einen Gesamthaushalt von 1 Mio. € pro Jahr vom französischen Staat und industriellen Partnern verfügt. Weitere Projekte sollen in Kürze gestartet werden, um einen industriellen Maßstab für diesen Prozess zu erreichen.

 

 

[1] Das Institut für Chemiewesen in Toulouse (LGC), die Universität Pierre und Marie Curie (UPMC) in Paris als Vertreter der Wissenschaft und die Unternehmen ERAMET und Konimambo Nickel SAS als Vertreter der Industrie.

 

[2] Über das CNRT “Nickel et son environnement” (in Kürze): www.cnrt.nc

 

 

Weitere Informationen:

  • Webseite der BRGM (auf Englisch und Deutsch): brgm.fr

 

Quelle: “Nouvelle-Calédonie : des scories pour stocker le CO2”, Pressemitteilung der BRGM, 03.03.2016 – http://www.brgm.fr/publication-presse/nouvelle-caledonie-scories-stocker-co2

 

Redakteur: Sean Vavasseur, sean.vavasseur@diplomatie.gouv.fr