CNRS eröffnet japanisch-französisches Labor in Fukushima “Schutz der Menschen und Umgang mit der Katastrophe”


Das französische Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) hat am 4. Oktober 2013 ein internationales assoziiertes Labor (IAL) zum Schutz der Menschen und zum Umgang mit der Katastrophe in Fukushima eröffnet.

Seine Partner sind das Büro des Maison franco-japonaise des französischen Außenministeriums, das Zentrum für soziologische und wirtschaftliche Studien und Forschung (CLERSE) der Universität für Wissenschaft und Technologie in Lille 1 (Nord), das FUkushima FUture Center for Regional Revitalization (FURE Center) der Universität von Fukushima und die Graduate School of Global Studies der Doshisha Universität in Kyoto.


Seit dem Unfall in Fukushima setzten sich die vier Partner gemeinsam mit dem Thema des Schutzes der Menschen auseinander: Die Forscher untersuchten die Rolle und Verantwortung der Wissenschaft bei der Analyse der Situation, beim Umgang mit der Katastrophe sowie den wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und juristischen Folgen für die Bevölkerung.

 

Durch die Schaffung eines IAL wollen sie nun ihre Ansätze vergleichen und ihre sozioökonomischen, politischen und erkenntnistheoretischen Untersuchungen um zwei Themenschwerpunkte vertiefen:


Schutz und Risiken: Öffentliche Politik und Möglichkeiten zum Umgang mit der Katastrophe

Untersuchung der Möglichkeit, ob ein Schutz der Menschen in dieser extrem schwierigen Situation in Bezug auf den Wohnraum, die Entschädigung, den Anreiz zur Rückkehr, usw. noch plan- und umsetzbar ist.


Wissen, Gesellschaft und Demokratie nach Fukushima

Untersuchung der Rolle von Information und Wissen in Gesellschaften, die auf Atomkraft setzen; Herausstellung des Zusammenhangs zwischen Information/Wissen und dem Schutz des Menschen; Untersuchung der Mechanismen, die zur Herausbildung von Unwissenheit führen und die nukleare Realität vor der Öffentlichkeit verbergen; Untersuchung der Auswirkungen einer solchen Nichtverbreitung von Informationen auf eine neue “verschwommene” Definition von Wissen.


Zur Erforschung dieser beiden Themenschwerpunkte werden japanische und französische Geistes- und Sozialwissenschaftler, die sich speziell mit der Atomkraft beschäftigen, im IAL zusammenarbeiten und auch den Dialog mit Forschern anderer Fachbereiche wie dem Ingenieurwesen, der Gesundheit und der Agrarwissenschaft suchen. Das IAL wird vom CLERSE-Forscher Thierry Ribault (CNRS) geleitet.

 

 

Quelle: Pressemitteilung des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung – 11.10.2013 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/3281.htm

 

Redakteurin: Hélène Benveniste, helene.benveniste@diplomatie.gouv.fr