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Innovative Strömungsturbinen in Flüssen und Meeren

Das 2010 in Grenoble gegründete Unternehmen HydroQuest hat eine Reihe von Energieanlagen entwickelt, die in der Lage sind, Strom aus hydrokinetischer Energie aus Flussströmungen, Flussmündungen und Meeren zu generieren. In enger Partnerschaft mit EDF, der französischen Ingenieurhochschule Grenoble INP und dem nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung CNRS wurden über mehr als zehn Jahre Forschungsprojekte zum Thema Wasserkraft in Speziallabors durchgeführt.


Das 2010 in Grenoble gegründete Unternehmen HydroQuest hat eine Reihe von Energieanlagen entwickelt, die in der Lage sind, Strom aus hydrokinetischer Energie aus Flussströmungen, Flussmündungen und Meeren zu generieren. In enger Partnerschaft mit EDF, der französischen Ingenieurhochschule Grenoble INP und dem nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung CNRS wurden über mehr als zehn Jahre Forschungsprojekte zum Thema Wasserkraft in Speziallabors durchgeführt. Die Flussturbinen von HydroQuest bestehen nicht wie die herkömmlichen Turbinen aus einer Schraube, sondern aus zwei Turbinensäulen mit vertikalen Achsen. Das auf diese Weise modular gestaltete System ermöglicht es somit, bis zu drei Turbinen auf beiden vertikalen Achsen zu positionieren, um die Anlage dadurch an verschiedene Wassertiefen anpassen zu können. Es ist ein einfaches und zugleich robustes System, das zudem ausgezeichnete wirtschaftliche Erträge erzielt. Die Flussturbinen, mit einer Leistung im zweistelligen Kilowattbereich pro Einheit, werden als Turbinenfarmen mit einer Gesamtkapazität von einigen hundert Kilowatt bis zu 1 oder 2 Megawatt verkauft. Das Unternehmen hat bereits an mehreren Standorten in Grenoble, Französisch Guyana und Orléans Anlagen installiert.

 

Der Weltmarkt für Flussturbinen wird in den nächsten zehn Jahren auf 15 Mrd. € geschätzt. Eine große Anzahl von Bächen, Flüssen und Flussmündungen könnten als Ergänzung zu anderen Energiequellen mit Turbinen ausgestattet werden, insbesondere in Frankreich. Nach den Flussturbinen möchte sich HydroQuest jetzt auf den Markt für Meeresströmungskraftwerke konzentrieren. Das Unternehmen hat bereits ein Partnerschaftsabkommen mit dem Unternehmen Constructions Mécaniques de Normandie (CMN), einer der wichtigsten französischen Werften in Cherbourg, abgeschlossen, um gemeinsam Meeresströmungskraftwerke weltweit zu entwickeln.

Ab 2015 werden in einer ersten Demonstrationsanlage Tests durchgeführt, um die Vorteile der Technologie zu bestätigen: Modularität, Widerstandsfähigkeit und vor allem hervorragende Wirtschaftlichkeit.

 

Auf dem Internationalen Kongress für erneuerbare Meeresenergien Thetis EMR am 20. und 21. Mai 2015 in Nantes hatte HydroQuest die Vermarktung seiner Flussströmungskraftwerke Tidal River angekündigt.

 

Die von HydroQuest in Orléans installierte Flussturbine wird die erste Turbine in Frankreich sein, die in den kommenden Wochen an das Stromnetz angeschlossen wird. Das Unternehmen beabsichtigt nun, seine Präsenz in Frankreich und im Ausland, insbesondere in Afrika, Lateinamerika, Asien, Italien, Brasilien und Russland auszubauen.

 

 

hydroquest © HydroQuest River

 

 

Das innovative Flussturbinenmodel HydroQuest River nutzt die kinetische Energie der Flüsse. Somit ist die Stromerzeugung stabiler und vorhersehbarer. Durch seinen vollständig modularen Aufbau ist die Anlage an jedes Flussprofil mit mindestens 2 Meter Tiefe adaptierbar.

Zwei Modelle werden in Frankreich angeboten: HydroQuest River 1,40 und 2,80 mit einer oder zwei Etagen und einer elektrischen Anschlussleistung von 40 kW bzw. 80 kW. Sie weisen dank der Schutzgitter eine sehr gute Beständigkeit gegen Ablagerungen auf und haben aufgrund der niedrigen Geschwindigkeit der Turbinen nur geringe Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere auf die Tierwelt.

 

 

Weitere Informationen:

 

Quellen:

 

Redakteurin: Daniela Niethammer, daniela.niethammer@diplomatie.gouv.fr