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Junge Europäische Störe in der Dordogne ausgesetzt

Diese Maßnahme wurde im Beisein französischer und deutscher Wissenschaftler und Partner aus dem Bereich der Forschung und Verwaltung durchgeführt, die mit dem Schutz dieser geschützten Arten betraut sind. Unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Umweltschutz, insbesondere mit der Unterstützung der Region Aquitaine, ist dieses Ereignis der Erfolg von mehr als 30 Jahren internationaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit zum Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Wanderfische.


Diese Maßnahme wurde im Beisein französischer und deutscher Wissenschaftler und Partner aus dem Bereich der Forschung und Verwaltung durchgeführt, die mit dem Schutz dieser geschützten Arten betraut sind. Unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Umweltschutz, insbesondere mit der Unterstützung der Region Aquitaine, ist dieses Ereignis der Erfolg von mehr als 30 Jahren internationaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit zum Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Wanderfische.

 

War der Europäische Stör (Acipensersturio) auch früher an den Küsten und in den Flüssen Westeuropas beheimatet, so ging sein Bestand Ende des 19. Jahrhunderts stark zurück. Gründe dafür sind die industrielle Entwicklung, die Veränderung von Flussläufen, aber auch die Überfischung, vor allem zur Herstellung von Kaviar. Darüber hinaus gab es mehrere erschwerende Faktoren, wie die Verschlechterung der Wasserqualität, die Zerstörung der Laichplätze durch die Kiesgewinnung und die Schaffung von Wehranlagen, die den Wandertrieb des Störs behinderten.

 

In den 1980er Jahren war nur noch eine Restpopulation in der Gironde mit ihren Zuflüssen Garonne und Dordogne bekannt. Der gesetzliche Schutz dieser Spezies wurde in Frankreich seit 1982 und auf europäischer Ebene seit 1998 diskutiert. Die Experten gingen davon aus, dass der Europäische Stör zu Beginn des 20. Jahrhunderts endgültig ausgestorben sein würde.

 

Aus diesem Grund ist das Aussetzen junger Störe (in Castillon-la-Bataille im Departement der Gironde, an den Ufern der Dordogne) ein entscheidender Schritt zum Schutz dieser Arten und zur Wiederbesiedlung der Flüsse Westeuropas.

 

Der Verein Migrateurs Garonne Dordogne ist für die Überwachung der Reproduktion bestimmter Wanderarten zuständig: allein Störe, die in Brackwasser aufwachsen, benötigen zwei Tanker Meerwasser pro Woche und eine große Menge an kleinen weißen Garnelen – die einzige Nahrung, die sie akzeptieren. Die Gesamtkosten pro Jahr: 600.000 Euro (öffentliche und europäische Finanzierung) – der Preis für die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt.

 

Mehr als 700.000 Störlarven wurden zwischen Juni und September 2012 ausgesetzt. Diese waren zuvor im französischen Forschungsinstitut für Wissenschaft und Umwelttechnologie (Irstea) künstlich gezüchtet worden. Ein Erfolg, denn 2007 war diese ″in Gefangenschaft″ erzeugte Menge noch um ein 100-faches geringer. Diese Methode ersetzt seit 1994 in der Gironde die natürliche Reproduktion. Die Gironde ist damit das einzige Gebiet,  in dem noch eine sehr kleine Population existiert.

 

Diese Technik, die von den Forschern des Irstea in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt wurde, ermöglicht eine Wiederausbreitung im Gironde-Becken. Dennoch wird es noch Jahre dauern, bis der Fortbestand der Fische und seine Rückkehr in die europäischen Meere gesichert sind. Eine wichtige Frage dabei ist, wie die Fische wieder an ihre natürlichen Lebensräume gewöhnt werden können, wenn sie vorher in Gefangenschaft gezüchtet wurden. 1980 gingen die Forscher davon aus, dass hierbei die genetische Komponente entscheidend ist, heute steht für sie das Verhalten im Vordergrund.

 

Quellen: – Artikel aus dem bulletins-electroniques – 11.09.2012 – http://www.bulletins-electroniques.com/actualites/70917.htm

– Artikel aus Le Figaro – 06.09.2012 –  http://www.lefigaro.fr/environnement/2012/09/06/01029-20120906ARTFIG00684-lacher-massif-de-jeunes-esturgeons-dans-la-dordogne.php

– Pressemitteilung des IRSTEA – 03.09.2012 – http://www.irstea.fr/toutes-les-actualites/actualites-de-linstitut/lacher-desturgeons-un-nouveau-pas-pour-la-biodiversite

 

Redakteurin: Nejma Garnier, nejma.garnier@diplomatie.gouv.fr