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Künstliche Pufferzonen um Feuchtgebiete

In Rampillon (Frankreich, Ile-de-France) entstanden seit 2012 künstliche Seen, über die die Schadstoffe im Drainagewasser ausgespült werden sollen. Dieses Projekt wurde vom nationalen Forschungsinstitut für Agrar- und Umwelttechnik (IRSTEA) entwickelt und von zwei Landwirten getestet.


In Rampillon (Frankreich, Ile-de-France) entstanden seit 2012 künstliche Seen, über die die Schadstoffe im Drainagewasser ausgespült werden sollen. Dieses Projekt wurde vom nationalen Forschungsinstitut für Agrar- und Umwelttechnik (IRSTEA) entwickelt und von zwei Landwirten getestet.

 

Das Grundwasser in intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen, wie der Ile-de-France (hauptsächlich Cerealien- und Rübenanbau), ist oft durch viele Pestizide und Nitrate verunreinigt. Diese können aber auf natürliche Weise durch die Sonne und Bakterien abgebaut werden. Genau diesen Effekt wollten die Forscher des IRSTEA verstärken, indem sie einen vorhandenen See erweiterten: Es wurden zwei künstliche Pufferzonen um Feuchtgebiete von 2ha oberhalb des bestehenden Sees angelegt, in die das Wasser gepumpt wird. Dort wird die Pestizidkonzentration halbiert und der Nitrateinhalt um 20 mg/l verringert. Das so gefilterte Wasser kann dann von den Landwirten für die Bewässerung benutzt werden. 2014 erhielt das IRSTEA für dieses System den nationalen Preis für Umweltingenieurwesen.

 

Jetzt wollen die Forscher diesen Erfolg weiter ausbauen: Seit dem ersten Experiment wurden vier weitere Anlagen gebaut und eine Webseite zu diesem Thema eingerichtet. Die Webseite listet alle Vorschläge aus der Praxis auf, um eine solche Zone umzusetzen. Diese Informationen wurden ebenfalls in einem Methodenbericht zusammengefasst. “Zones Tampons” (“Pufferzonen”) wurde in Partnerschaft mit dem nationalen Amt zum Schutz der Gewässer (Onema) entwickelt.

 

Das Projekt wird über das Programm Ecophyto (für einen effektiveren Einsatz von Pestiziden) vom französischen Ministerium für Landwirtschaft gefördert. Darüber hinaus wird es von der Zivilgesellschaft unterstützt (AQUI’Brie in Rampillon). Das IRSTEA arbeitet außerdem mit internationalen Partnern (Estland, China) zusammen, um das System auch in anderen Ländern umzusetzen.

 

Weitere Informationen:

– Internetseite des Onema (auf Englisch und Französisch): www.onema.fr

– “Zones Tampons” Internetseite (auf Französisch): http://zonestampons.onema.fr

– Methodenbericht für den Aufbau einer Pufferzone (auf Französisch mit Abstract auf Englisch): http://zonestampons.onema.fr/system/files/tournebize_et_al_2015.pdf?bcsi_scan_96404f7f6439614d=NP4TGnUPHZkYUmBIxMJNfGVtBiQbAAAAsqABNw==&bcsi_scan_filename=tournebize_et_al_2015.pdf

 

Quelle: “Ingénierie écologique. Zones tampons humides, un succès loin d’être artificiel !”, Pressemitteilungen des IRSTEA, 24.03.2015 – http://www.irstea.fr/toutes-les-actualites/departement-eaux/ingenierie-ecologique-zones-tampons-humides-guide

 

Redakteur: Sean Vavasseur, sean.vavasseur@diplomatie.gouv.fr