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SeaOrbiter: Zusammenarbeit im Bereich der Meeresforschung

Im Rahmen der fortlaufenden interdisziplinären Vortragsreihe “Visionen und Visionäre”, die sich als Inspirationsquelle für zukunftsfähige Ideen versteht, war auch Jacques Rougerie eingeladen, am 2. Februar 2011 im Deutschen Architektur-Zentrum in Berlin sein Projekt SeaOrbiter vorzustellen.


Im Rahmen der fortlaufenden interdisziplinären Vortragsreihe “Visionen und Visionäre”, die sich als Inspirationsquelle für zukunftsfähige Ideen versteht, war auch Jacques Rougerie eingeladen, am 2. Februar 2011 im Deutschen Architektur-Zentrum in Berlin sein Projekt SeaOrbiter vorzustellen.


© Jacques Rougerie, SeaOrbiter Modellprojekt



Jacques Rougerie – französischer Architekt und Ozeanologe – hat sich in den letzten Jahren insbesondere mit der Unterwasserwelt der Ozeane beschäftigt. Sein aktuelles Projekt SeaOrbiter ist eine Unterwasserstruktur zur kontinuierlichen Erforschung der Ozeane und des menschlichen Verhaltens in extremen Umgebungen.



Die Struktur wird aus mehreren Etagen bestehen und eine Gesamthöhe von 51m erreichen, von denen 31m unter der Meeresoberfläche liegen. Die Station wird sich aus Laboratorien und Wohnbereichen zusammensetzen und insgesamt rund 18 Personen für einen Aufenthalt von 3 bis 5 Monaten Platz bieten. Über riesige Fenster haben Wissenschaftler in fünf Stockwerken freien Blick auf die Unterwasserwelt. Vier weitere Stockwerke liegen über der Wasserlinie. Unterbrochen wird die bumerangartige Form der Station, die entfernt an ein Seepferdchen erinnert, durch zwei horizontale Stabilisierungsplattformen – eine über der Wasseroberfläche und die größere untergetaucht im Meer. Zwei Elektromotoren mit Geschwindigkeiten von bis zu vier Knoten (7,4 Stundenkilometer) lassen Kurskorrekturen zu. Angetrieben wird das SeaOrbiter im
Regelfall von der Meeresströmung.


Der Baubeginn des SeaOrbiters ist für Herbst 2011 geplant und die ersten Testläufe im Mittelmeer für 2013. Die Baukosten dürften sich auf ungefähr 40 Millionen Euro belaufen. 2009 erklärte die französische Staatswerft DCNS das Projekt für machbar. Mit dem ehemaligen Umweltminister Jean-Louis Borloo und Staatschef Nicolas Sarkozy hat Rougerie inzwischen wichtige Fürsprecher. “Ich hoffe, dass sich unser Land wieder einer umfassenden Meerespolitik widmet, die sich auf das bereits bestehende französische Kompetenznetzwerk im Bereich Meereswissenschaften stützt, dabei jedoch nicht die neuen Initiativen außer acht lässt, wie zum Beispiel den Bau der internationalen Ozeanforschungsstation SeaOrbiter”, so Präsident Sarkozy.

Rougerie will den SeaOrbiter gemeinsam mit dem französischen Meeresforschungsinstitut Ifremer, der auf Unterwassertechnik spezialisierten Firma Comex und internationalen Partnern bauen. Demnächst soll der Auftrag ausgeschrieben werden.


Mittelfristig soll es pro Ozean oder Binnenmeer einen Ableger des SeaOrbiter geben. Das von Jacques Rougerie geleitete Forschungsteam hat bereits Kontakt zu anderen Ländern aufgenommen, und wäre überdies insbesondere an einer Zusammenarbeit mit Deutschland interessiert, vor allem was die wissenschaftliche und technologische Ausstattung der Station selbst angeht.


Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website des Projekts  SeaOrbiter unter: www.seaorbiter.com


Redakteurin:

Myrina Meunier, myrina.meunier@diplomatie.gouv.fr