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Frankreich 2030 / Quantenstrategie: Start einer nationalen Plattform für Quantencomputing

Die französische Ministerin der Streitkräfte, Florence Parly, die Ministerin für Hochschulen, Forschung und Innovation, Frédérique Vidal, und der Staatssekretär für den digitalen Wandel und elektronische Kommunikation, Cédric O, haben am 4. Januar 2022 auf einem Kolloquium in Anwesenheit des Generalsekretärs für Investitionen, Guillaume Boudy, den Start einer nationalen Plattform für Quantencomputing angekündigt.

Frankreich 2030 / Quantenstrategie: Start einer nationalen Plattform für Quantencomputing

Diese Ankündigung steht voll und ganz im Einklang mit der nationalen Strategie für Quantentechnologien, die der französische Staatspräsident am 21. Januar 2021 ins Leben gerufen hat und in der die Quantentechnologie als eine wichtige Herausforderung für die Souveränität und strategische Überlegenheit Frankreichs definiert wird.

Im Rahmen dieser Strategie stehen für den Zeitraum 2021-2025 1,8 Mrd. Euro für die Entwicklung von Quantentechnologien zur Verfügung – 1 Mrd. Euro wurde vom Staat insbesondere über das Programm für Zukunftsinvestitionen (PIA) bereitgestellt. Ein weiteres Ziel ist die Schaffung von 16 000 Arbeitsplätzen in diesem Sektor bis 2030.

Das Quantencomputing stützt sich auf Eigenschaften der Materie, die nur im unendlich kleinen Maßstab existieren. Mit der voll ausgereiften Technologie wären bestimmte Berechnungen bis zu 1 Milliarde Mal schneller durchführbar als mit herkömmlichen Rechentechnologien (darunter auch die heutigen Supercomputertechnologien). Damit wäre der Weg für die Lösung einer Reihe von Problemen geebnet, die derzeit im Laufe eines Menschenlebens nicht lösbar sind.

In den nächsten zwei Jahrzehnten könnte die Quantentechnik sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich zu technologischen Revolutionen und großen Durchbrüchen in vielen lebenswichtigen Bereichen führen, z. B. bei der Erdbeobachtung und der Vorhersage von Naturkatastrophen; bei der Modellierung eines Infektionserregers und geeigneter Medikamente; beim Verständnis der Photosynthese, um die Sonnenenergie besser einzufangen und atmosphärisches CO2 abzuscheiden.

Mit einer ersten Investition von 70 Mio. € aus dem PIA von insgesamt 170 Mio. € wird diese hybride Rechenplattform klassische Systeme und Quantencomputer miteinander verbinden. Diese Mittel werden einer internationalen Gemeinschaft aus Laboren, Start-ups und Industrieunternehmen zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, ihnen den Zugang zu Quantencomputing-Kapazitäten zu erleichtern, um neue Anwendungsbereiche ermitteln, entwickeln und testen zu können. Die vom INRIA (nationales französisches Forschungsinstitut für digitale Wissenschaft und Technologie) unterstützte Plattform wird am Très Grand Centre de Calcul bei der CEA DAM (Behörde für Atomenergie und alternative Energien) angesiedelt sein.

Quantentechnologien könnten zu einem Instrument der strategischen Überlegenheit im militärischen Bereich werden. Während Sensoren ein besonders gut erforschtes Anwendungsgebiet darstellen, insbesondere um eine bisher unerreichte Genauigkeit bei der Messung von Zeit, der Schwerkraft oder des Magnetfeldes zu erreichen, würde das Quantencomputing durch den Zugang zur Lösung komplexer Rechenprobleme die Feinmodellierung neuer Systeme, die präzise Simulation physikalischer Phänomene oder die massive Datenverarbeitung ermöglichen.

Mit dem Zugang zu dieser Plattform könnten die Streitkräfte und die gesamte Gemeinschaft, die an verteidigungsrelevanten Anwendungen beteiligt ist, echtes Quanten-Know-how entwickeln, das unsere Überlegenheit in den Kämpfen von morgen stärken wird.

Der Start dieser hybriden Rechenplattform ist ein Meilenstein für Frankreich bei der Konsolidierung eines Quanten-Ökosystems und der Nutzung seiner Stärken in diesem Bereich.

Quelle: Französisches Ministerium der Streitkräfte

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