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Erfolge für den europäischen Raumfahrtsektor in Neapel

Die ESA-Ministerratskonferenz, die am 20. und 21. November 2012 in Neapel stattfand, brachte entscheidende Erfolge für den europäischen Raumfahrtsektor und für die Zukunft der europäischen Raumfahrt.


Die ESA-Ministerratskonferenz, die am 20. und 21. November 2012 in Neapel stattfand, brachte entscheidende Erfolge für den europäischen Raumfahrtsektor und für die Zukunft der europäischen Raumfahrt.

 

“Die Raumfahrtpolitik stellt eine der größten Herausforderungen für Frankreich und ganz Europa dar, sowohl in Sachen Unabhängigkeit und Souveränität, als auch hinsichtlich ihres Potentials für Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung.

 

Dank konstanter Investitionen und einer klaren französischen Strategie konnten durch unsere Raumfahrtaktivitäten ein robuster Wirtschaftszweig und Infrastrukturen für eine neue, Gewinn bringende Dienstleistungswirtschaft aufgebaut werden. Mit mehr als 16.000 direkten Arbeitsplätzen ist der Raumfahrtsektor eine Quelle für technologische Entwicklungen und Innovationen (Materialien, Optik, Kryotechnik, Verbindungstechnik, Elektronik, Energie, Software, etc.), die in der französischen Industrie breite Anwendung finden. Dies steigert die Qualität unserer gesamten Wirtschaft und somit auch ihre Wettbewerbsfähigkeit. Auch für den Verteidigungssektor ist die Raumfahrtindustrie von großer Bedeutung.

 

Angesichts eines weltweit wachsenden Wettbewerbs war diese ESA-Ministerratskonferenz ganz entscheidend für Frankreich und Europa. Die dort getroffenen Entscheidungen wurden von allen betroffenen Ländern und Akteuren dringend erwartet, insbesondere von der französischen und der europäischen Raumfahrtindustrie, die ihre Dynamik dem von Frankreich initiierten, entschlossenen Handeln Europas der letzten 40 Jahre zu verdanken hat.

 

Unter diesem Gesichtspunkt war diese ESA-Ministerratskonferenz, zu der die 20 Mitgliedstaaten der Europäischen Weltraumorganisation ESA zusammenkamen, ein wahrer Erfolg. Auf Betreiben der Co-Präsidentschaft der Schweiz und Luxemburgs wurde eine gemeinsame Strategie verabschiedet, die der europäischen Raumfahrt einen neuen Impuls verleihen soll. Die deutsch-französische Partnerschaft spielte dabei eine entscheidende Rolle.

 

Dank der seit vier Monaten gemeinsam geleisteten Arbeit der verschiedenen französischen Akteure konnte die französische Delegation eine solide Position vertreten, um gemeinsam mit den europäischen Partnern, einen neuen, von der ESA getragenen Kurs zu bestimmen.

 

Entsprechend dem von der Regierung erteilten Auftrag legte die französische Delegation die wichtigsten Exzellenzbereiche ihrer Forschung und Industrie fest:

  • Die Trägerraketenprogramme
  • Die Programme für Wettersatelliten auf einer Polarumlaufbahn
  • Die Nutzung der Internationalen Raumstation ISS
  • Die Überarbeitung des Projekts zur Mars-Erkundung ExoMars
  • Die Programme für Telekommunikationssatelliten ARTES
  • Die Programme zur Erdfernerkundung EOEP und GMES
  • Die Beziehungen zwischen ESA und EU

 

In zwei besonders zentralen Punkten konnte eine klare Einigung erzielt werden: die Weiterentwicklung der Trägerraketen (Ariane) und die Nutzung der ISS.

 

Hinsichtlich der ISS wurde ein pragmatisches Vorgehen beschlossen, um ihre Nutzung auch in den kommenden Jahren zu sichern und den europäischen Forschern auch weiterhin den Zugang zu dieser internationalen Infrastruktur zu ermöglichen.

 

Im Hinblick auf eine bessere Anpassung an die künftige Marktentwicklung einerseits und die reibungslose Umstellung von der Ariane 5 auf die Ariane 6-Rakete ohne den Verlust von Arbeitsplätzen und Fachwissen andererseits wurde der Start eines Studienprogramms zur neuen Trägerrakete Ariane 6 festgehalten. Bis zur Inbetriebnahme der neuen Trägerrakete wird die Spitzenposition der Ariane 5 noch über ein detailliertes und entsprechendes Entwicklungsprogramm ausgebaut, mit dem die Anforderungen an die Entwicklung der Ariane 6 bereits vorweggenommen werden.

 

Überdies hat Frankreich seine Beteiligung an den verschiedenen Satellitenprogrammen bestätigt und die Umsetzung seiner eingegangenen Verpflichtungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit dieses für die Zukunft des Landes so wichtigen Wirtschaftsbereiches bekräftigt. Deshalb wird sich Frankreich auch an der Entwicklung der zweiten Generation von Wettersatelliten der MetOp-Reihe beteiligen. Im Bereich Telekommunikation, der für den kommerziellen Satellitenmarkt unerlässlich ist, konnte die französische Delegation die Fortführung des ARTES 14 (NeoSAT-bus) Programms durchsetzen, was eine Fortsetzung der nationalen Anstrengungen bei der kommenden Generation für Satelliten-Plattformen bedeutet.

 

Des Weiteren wurden die wissenschaftlichen Programme, deren Ergebnisse zur Strahlkraft der französischen und der europäischen Raumfahrtwissenschaften in mehreren Bereichen (Universum, Planetenerkundung – besonders den Mars -, Geowissenschaften, etc.) beitragen, beibehalten und weiter ausgebaut.

 

Die neue Führungsstruktur der europäischen Raumfahrt war ebenfalls Thema der Konferenz. Diese neue Struktur wurde im Grundsatz bestätigt. Konkrete Überlegungen zur Weiterentwicklung der Europäischen Weltraumorganisation ESA erfolgen, aufgrund der neuen geteilten Zuständigkeit, die ihr im Raumfahrtbereich durch den Lissabon-Vertrag übertragen wurde, in Abstimmung mit der Europäischen Union.

 

Frankreich, das seiner Führungsrolle in der Raumfahrt treu bleibt und seine klaren und ehrgeizigen Ziele vollständig umsetzen konnte, hat bei der diesjährigen ESA-Ministerratskonferenz entscheidend zur Beschlussfassung beigetragen.

 

Quelle: Mitteilung des Ministeriums für Hochschulen und Forschung (28 11 2012)

Übersetzung: Jana Ulbricht