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Forscher Ludwik Leibler mit dem Europäischen Erfinderpreis ausgezeichnet

Am 11. Juni 2015 wurde in Paris der Europäische Erfinderpreis verliehen. Jedes Jahr belohnt diese Auszeichnung des Europäischen Patentamtes (EPA) Erfinder, die mit ihren Ergebnissen einen außerordentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Fortschritt geleistet haben. Von den insgesamt 300 vorgeschlagenen Wissenschaftlern wurden in diesem Jahr 15 Erfinder bzw. Erfinderteams von einer internationalen Jury als Finalisten ausgewählt.


Am 11. Juni 2015 wurde in Paris der Europäische Erfinderpreis verliehen. Jedes Jahr belohnt diese Auszeichnung des Europäischen Patentamtes (EPA) Erfinder, die mit ihren Ergebnissen einen außerordentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Fortschritt geleistet haben. Von den insgesamt 300 vorgeschlagenen Wissenschaftlern wurden in diesem Jahr 15 Erfinder bzw. Erfinderteams von einer internationalen Jury als Finalisten ausgewählt.

 

In der Kategorie “Forschung” wurde der französische Forscher Prof. Ludwik Leibler geehrt. Der 64-jährige Chemiker ist an der Pariser Hochschule für angewandte Physik und Chemie ESPCI ParisTech tätig. Mit seinem Forschungsteam vom Labor für weiche Materie und Chemie hat er eine neue Werkstoffklasse entwickelt, die “Vitrimeren” (vitrimères).

 

Vitrimere stellen eine leichte, strapazierfähige und nachhaltige Alternative zu Glas oder Metallen dar. Diese Kunststoffklasse ist reparabel und zu 100% recycelbar. In festem Zustand ist der glasartige Kunststoff stabil, unter Hitze lässt er sich jedoch immer wieder verformen und zu komplexen Objekten verschweißen.

 

Die Anwendungen dieser Werkstoffklasse sind vielfaltig: Flugzeug- oder Fahrzeugbau, Elektronik, Bauwesen sowie in der Sport- und Freizeitindustrie. Überdies hat dieser neue Werkstoff aufgrund seiner Eigenschaften das Potenzial, den zunehmenden Plastikabfall zu verringern. Vitrimere sollen “die erste unendlich reparable Kunststoffklasse” werden.

 

Prof. Leibler promovierte 1976 an der Universität Warschau und ist Doktor für theoretische Physik. Seit 1985 ist er an der ESPCI ParisTech tätig, wo er 2001 das Labor für weiche Materie und Chemie gründete. Die ESPCI gilt als eine der Hochschulen mit der größten Anzahl an Nobelpreisträgern unter seinen ehemaligen Studenten und Professoren: Pierre und Marie Curie, Irène und Frédéric Joliot-Curie, Pierre-Gilles de Gennes, Georges Chapak.

 

 

Weitere Informationen:

 

Quelle: “Ludwik Leibler : Prix de l’inventeur européen, catégorie Recherche”, Artikel aus “Les Echos”, 11.06.2015 – www.lesechos.fr/thema/021125802347-ludwik-leibler-limagination-au-pouvoir-dans-les-materiaux-1127323.php

 

Redakteur: Kenny Abbey, kenny.abbey@diplomatie.gouv.fr