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Die Darmflora beeinflusst die Auswirkungen einer unausgewogenen Ernährung auf den Körper

Reaktionen des Körpers wie Gewichtszunahme und Fettleibigkeit hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Je nach Stoffwechsel, Medikamenteneinnahme, usw., reagieren manche Menschen stärker als andere. Forscher des Inserm [1] (Inserm Abteilung 1138 Cordeliers Research Center) haben in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Imperial College London erst kürzlich bei Mäusen gezeigt, dass die Zusammensetzung der Darmflora ein Indiz dafür ist, wie der Körper auf eine unausgewogene Ernährung reagiert – ob mit Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten, o.ä.


Zunächst wurden die von den Darmbakterien hergestellten Verbindungen mittels Magnetresonanzspektroskopie untersucht, um die chemische Signatur jeder Maus zu identifizieren, die von ihrer Ernährung unabhängig ist.

Danach erhielten alle Mäuse eine fettreiche Diät und das Forscherteam konnte beobachten, dass die Tiere sich unterschiedlich daran anpassten. Einige nahmen mehr Gewicht zu als andere oder wiesen eine geringere Glukosetoleranz auf – ein frühes Zeichen für die Entwicklung von Diabetes.

Die entsprechenden chemischen Signaturen ermöglichten Rückschlüsse darauf, wie die Tiere auf eine fettreiche Ernährung reagieren – insbesondere über Verhaltensveränderungen, Gewichtszunahmen und Glukosetoleranzen.

Die Forscher hoffen, dass künftig ein Patientenprofil aus Urin- und Blutproben erstellt und anhand dessen die geeignete Ernährungsform bestimmt werden kann.

Zu dem bereits erworbenen Wissen über den starken Einfluss der Umwelt und der Gene auf das Risiko von Fettleibigkeit und Krankheiten erhielten die Wissenschaftler nun durch diese Ergebnisse auch aufschlussreiche Informationen über die Rolle der Darmbakterien.

 

[1] INSERM – Institut für Gesundheit und medizinische Forschung

 

Quelle: “Les bactéries intestinales : signal d’alerte face à une alimentation déséquilibrée”, Pressemitteilung des Inserm, 05.07.2017 – http://presse.inserm.fr/les-bacteries-intestinales-signal-dalerte-face-a-une-alimentation-desequilibree/28917/

 

Redakteurin: Laura Voisin, laura.voisin@diplomatie.gouv.fr