logo

Wissenschaftsportal der Französischen Botschaft in Deutschland

mariane

Frankreich: Start eines mit 40 Mio. € dotierten Schwerpunktforschungsprogramms zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz

Eine Studie des ECDC (European Center for Disease Control) schätzt, dass 700.000 Menschen jedes Jahr an multiresistenten Infektionen leiden, was zum Tod von 33.000 Menschen führt. Diese Zahlen haben sich seit 2007 verdreifacht und repräsentieren die zusammengenommenen Fälle allein von Grippe-, Tuberkulose- und HIV-Infektionen weltweit. Bei diesem wichtigen Thema ist Frankreich im weltweiten Vergleich nicht gut aufgestellt: Mit 125.000 Infektionen pro Jahr und 5.500 Todesfällen ist es nach Italien, Griechenland, Rumänien, Portugal und Zypern das europäische Land, das die sechsthöchste Zahl an Betroffenen aufweist.

Frankreich: Start eines mit 40 Mio. € dotierten Schwerpunktforschungsprogramms zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz

 

Angesichts dieser entscheidenden Herausforderung im Bereich der öffentlichen Gesundheit ist Frankreich besonders engagiert. Im Jahr 2016 wurde ein Regierungsfahrplan verabschiedet, um den Antibiotika-Konsum zu reduzieren und die gesundheitlichen und ökologischen Folgen der Antibiotikaresistenz zu verringern. Auch für die breite Öffentlichkeit wurden mehrere Informationskampagnen durchgeführt.

Doch um die Folgen der Antibiotikaresistenz zu antizipieren, muss die Forschung in den Mittelpunkt gestellt werden, denn nur durch sie wird es möglich sein, die Mechanismen nachzuvollziehen, mit denen Resistenzen entstehen und sich ausbreiten, und neue therapeutische Ziele zu entdecken.

Um noch weiter zu gehen, kündigten Frédérique Vidal, Ministerin für Hochschulen, Forschung und Innovation, und Guillaume Boudy, Generalsekretär für Investitionen, den Startschuss für ein mit 40 Mio. € dotiertes Schwerpunktforschungsprogramm zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz an.

Dieses Programm wird von INSERM im Namen der gesamten nationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft koordiniert. Das Institut wird der Ministerin für Solidarität und Gesundheit und der Ministerin für Hochschulen, Forschung und Innovation in Zusammenarbeit mit dem Generalsekretär für Investitionen bis Ende des ersten Quartals 2019 einen Vorschlag für einen Umsetzungsplan in einem “One-Health”-Ansatz unterbreiten, der Gesundheit von Mensch und Tier und Umweltverständnis vereint.