logo

Wissenschaftsportal der Französischen Botschaft in Deutschland

mariane

Armut ist in Frankreich ein kritischer Faktor für Übergewicht

Eine Studie der Agentur Santé Publique France (Esteban-Studie) hat gezeigt, dass die Zahl der Fälle von Übergewicht und Adipositas in Frankreich zwischen 2006 und 2015 stabil geblieben ist. Obwohl diese Stabilisierung eine gute Nachricht ist, sind die Zahlen noch immer zu hoch.


Jeder zweite Erwachsene (54% der Männer und 44% der Frauen) war im Jahr 2015 übergewichtig und jeder sechste ist fettleibig. Außerdem sind 17% der Kinder im Alter zwischen 6 und 17 Jahren übergewichtig und 4% sind fettleibig (1% mehr als im Jahr 2006).

Diese Studie zeigt, dass weniger gebildete Menschen häufiger übergewichtig sind. 60,8% der Männer ohne Abitur sind übergewichtig, während es “nur” 42% der Männer mit einem Bachelor-Abschluss sind. Das Gleiche gilt für Frauen: 53,4% der Befragten ohne Abitur sind übergewichtig, aber nur 29,6% der Frauen mit einem Bachelor.

Diese Unterschiede machen sich sehr früh bemerkbar: Im Kindergartenalter sind Kinder von Arbeitern viermal häufiger fettleibig (5,8%) als Kinder von Führungskräften (1,3%). Die Unterschiede sind auf die verschiedenen Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen. So essen die Schüler höherer sozialer Schichten z.B. mehr Gemüse und trinken weniger zuckerhaltige Getränke. Zudem haben 43% der Kinder von Arbeitern einen Desktop-Computer oder einen Fernsehen in ihrem Zimmer, wohingegen dies nur auf 26% der Kinder von Führungskräften zutrifft.

 

Quelle: “L’obésité, maladie de “pauvres””, Artikel aus Le Monde, 13.06.2017 – http://abonnes.lemonde.fr/sante/article/2017/06/13/la-pauvrete-un-facteur-aggravant-de-l-obesite_5143425_1651302.html

Redakteurin: Laura Voisin, laura.voisin@diplomatie.gouv.fr