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Nasal verabreichter Impfstoff wirksamer gegen Krebs?

Laut einer Studie von Forschern des INSERM [1] ist die nasale Verabreichung eines Impfstoffes wirksamer gegen Krebs als die herkömmliche intramuskuläre oder subkutane Verabreichungsform. Im Rahmen ihrer Studie verabreichten sie Mäusen einen therapeutischen Impfstoff gegen Tumore im Kopf und Hals. Der Impfstoff stimulierte die T-Gedächtniszellen [2] zur Bekämpfung der Krebszellen. Das Tumorwachstum konnte bei den nasal geimpften Nagern vollständig aufgehalten werden, während die Kontrolltiere nach einem Monat starben. Zum Vergleich: Der gleiche Impfstoff konnte bei intramuskulärer Verabreichung nur die Hälfte der Versuchstiere retten.

Nasal verabreichter Impfstoff wirksamer gegen Krebs?

© Thinkstock

Ziel der Forscher war es, die Wirksamkeit von Impfstoffen durch die nasale Verabreichung bei Kopf-, Hals-, Lungen- und Genital-Tumoren zu verbessern, indem die T-Gedächtniszellen aktiviert werden, die insbesondere in der Schleimhaut der Atemwege, des Verdauungstrakts, den Lungen und Genitalien vorkommen. Durch eine intramuskuläre oder subkutane Impfung werden andere T-Gedächtniszellen aktiviert, die nicht in der Lage sind, zu den Tumoren zu gelangen, die außerhalb des Verabreichungsweges liegen.

Einige entwickelte Impfstoffe hatten sich in der Vergangenheit als unwirksam erwiesen. Nun könnte sich herausstellen, dass nicht die Impfstoffe selbst, sondern die Verabreichungswege für den fehlenden Erfolg verantwortlich waren.

[1] INSERM – Institut für Gesundheit und medizinische Forschung

[2] T-Gedächtniszellen haben die Funktion eines immunologischen Gedächtnisses und verbessern den Schutz eines Individuums bei erneuter Infektion mit demselben Erreger.

 

Quelle: « Cancer : un vaccin nasal plus efficace ? », 20.06.2017 – https://www.topsante.com/medecine/cancers/cancer/cancer-un-vaccin-nasal-plus-efficace-618425

Übersetzerin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr