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Schaffung einer neuen Forschungsagentur für neu auftretende Infektionskrankheiten

Zur Stärkung der biomedizinischen Forschung im Bereich neu auftretender Infektionskrankheiten und zur besseren wissenschaftlichen Beratung der Politik beim Thema COVID-19 wird Anfang Januar 2021 innerhalb des Inserm (Institut für Gesundheit und medizinische Forschung) eine neue Forschungsagentur für neu auftretende Infektionskrankheiten unter der Aufsicht des Ministeriums für Hochschulen, Forschung und Innovation und des Ministeriums für Solidarität und Gesundheit eingerichtet.

Schaffung einer neuen Forschungsagentur für neu auftretende Infektionskrankheiten

Die neue Agentur verbindet das wissenschaftliche Fachwissen und das Reaktionsvermögen des Konsortiums Inserm-REACTing mit der Erfahrung und den operativen Fähigkeiten des nationalen Instituts für AIDS- und Hepatitis-Forschung (ANRS) und wird sich der Koordinierung und Finanzierung der wissenschaftlichen Forschung zu neu auftretenden Infektionskrankheiten, AIDS, sexuell übertragbaren Infektionen und Virushepatitis widmen.

Seit Januar 2020 stützt sich das Inserm bei der Strukturierung und Beschleunigung der Forschung zu Covid-19 auf das REACTing-Konsortium und hat die wichtigsten Forschungsthemen festgelegt: Betreuung von Infizierten und Diagnose, epidemiologische Modellierung, therapeutische und Impfstoffstrategien. REACTing erwies sich als entscheidender Akteur bei der wissenschaftlichen Koordinierung im Kampf gegen Covid-19, insbesondere bei der verbesserten Wissensvermittlung und der Umsetzung bewährter Methoden. Gleichzeitig wurden die Ressourcen und Erfahrungen des ANRS intensiv mobilisiert: Es wurde Fachpersonal bereitgestellt und ein Projektaufruf mit den Ländern des Südens finanziert, der zusätzlich zu den Projektausschreibungen der Agentur für Forschungsförderung (ANR) gestartet wurde.

Zur effizienten Koordinierung der Forschung über neu auftretende Infektionskrankheiten wird die neue Agentur die Stärken dieser beiden Einrichtungen bündeln und somit eine geeignete wissenschaftliche Programmplanung mit den operativen Fähigkeiten für den Start und die Betreuung von Projektaufrufen verbinden.

Innerhalb des Inserm und in Zusammenarbeit mit den Partnern der Allianz für Lebens- und Gesundheitswissenschaften (AVIESAN) werden die Aufgaben der neuen Agentur drei Schwerpunktbereiche umfassen: die Koordinierung der Forschung und der wissenschaftliche Informationsaustausch, die Einführung eines unkomplizierten Zulassungsverfahrens für die Forschung an Covid-19 und an neu auftretenden Infektionskrankheiten, unter Einbeziehung des Menschen sowie der Labore und Forschungsinfrastrukturen. Die neue Agentur wird die Arbeit der ANR koordinieren und ergänzen und sich am künftigen gemeinsamen nationalen Portal für Projektausschreibungen beteiligen. Die Aktivitäten des ANRS zur Finanzierung und Koordinierung der Forschung zu HIV/AIDS, sexuell übertragbaren Infektionen und Virushepatitis werden vollständig von der neuen Agentur übernommen. Zur Deckung der gestiegenen Betriebskosten aufgrund der Schaffung der neuen Einrichtung stellt das Ministerium für Hochschulen, Forschung und Innovation (MESRI) ab Dezember 2020 ein gesondertes Startkapital bereit.

Die neue Agentur wird Anfang 2021 mit der Finanzierung ihrer ersten Maßnahmen und der Einrichtung von Expertengremien für die Koordinierung der Forschung ihre wissenschaftliche Arbeit aufnehmen.

Der Minister für Solidarität und Gesundheit, Olivier Véran, begrüßte die Schaffung dieser neuen Agentur, mit der den künftigen Herausforderungen im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten besser begegnet werden kann. Die Einbeziehung der Zivilgesellschaft, der Verbände sowie der Pflege- und Forschungsnetzwerke in die Arbeit des ANRS ist wertvoll und ein Vorteil, den es auch in dieser neuen Struktur zu nutzen gilt, ebenso wie die Beziehungen zu den Ländern des Südens.

Die aktuelle globale Gesundheitskrise hat uns gezeigt, dass ein kohärenteres und stärker interdisziplinäres Vorgehen bei der effizienten Bekämpfung von Infektionskrankheiten wesentlich ist, unabhängig davon, ob diese bereits seit Jahrzehnten bekannt, aber noch nicht besiegt sind, oder ob es sich um neu aufgetretene oder erneut ausgebrochene Infektionskrankheiten handelt. Auch die Ministerin für Hochschulen, Forschung und Innovation, Frédérique Vidal, würdigte die Schaffung dieser neuen Agentur. Ihr wird eine Schlüsselrolle bei einem vorrangigen Forschungsprogramm zu Infektionskrankheiten und neu auftretenden Krankheiten zukommen, über das derzeit beraten wird.

Quelle : Pressemitteilung des Ministeriums für Hochschulen, Forschung und Innovation