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Verführerische Beine

In den 1990er Jahren durch den Import befallener Palmen aus Südamerika nach Europa eingeschleppt, verbreitete sich der Palmenschädling Paysandisia Archon (Schmetterling) um die Jahrtausendwende in Italien, Frankreich und Spanien. Im Mittelmeerraum befällt er endemische Palmen und Zierpalmen und in Nordafrika Dattelpalmen, die dort eine wichtige Nahrungsquelle darstellen.


In den 1990er Jahren durch den Import befallener Palmen aus Südamerika nach Europa eingeschleppt, verbreitete sich der Palmenschädling Paysandisia Archon (Schmetterling) um die Jahrtausendwende in Italien, Frankreich und Spanien. Im Mittelmeerraum befällt er endemische Palmen und Zierpalmen und in Nordafrika Dattelpalmen, die dort eine wichtige Nahrungsquelle darstellen.

 

Für Insekten ist die Kommunikation für das Überleben und die Fortpflanzung lebensnotwendig. Mit ihren Sinnen erkunden sie die Umgebung und finden ihre Artgenossen.

 

Forscher des INRA (französisches Institut für Agrarforschung), des CNRS (französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung) und des CIRAD (Zentrum für internationale Zusammenarbeit in der Agrarforschung für Drittländer) haben bei diesen Schmetterlingen nun eine einzigartige Entdeckung gemacht: männliche Falter geben Pheromone über ihre Beine ab. Diese Entdeckung verändert das bisherige Wissen über Paysandisia Archon und eröffnet vielversprechende Perspektiven für die integrierte Schädlingsbekämpfung. Diese Ergebnisse wurden am 25. März 2013 in der Fachzeitschrift Chemoecology veröffentlicht [1].

 

Die Forscher haben in den Beinen männlicher Schmetterlinge eine einzigartige Verbindung identifiziert, deren chemische Struktur den Sexualpheromonen ähnelt, die von weiblichen Faltern einer den ″palmenfressenden″ Insekten verwandten Art abgesondert werden. Die frei gesetzten Gerüche werden von den weiblichen Artgenossen über die Fühler (ihr Riechorgan) aufgenommen.

 

Diese Arbeiten werfen ein neues Licht auf die chemische Ökologie dieser Schmetterlingsart und seine Reproduktionsbiologie. Normalerweise werden Pheromone von weiblichen und nicht von männlichen Schmetterlingen ausgesendet. Des Weiteren bieten diese Ergebnisse neue Perspektiven für die integrierte Schädlingsbekämpfung, beispielsweise durch das Anlocken und Fangen mit sogenannten Sexfallen.

 

Weitere Informationen zur Studie:

[1] Brigitte Frérot, Roxane Delle-Vedove, Laurence Beaudoin-Ollivier, Pierre Zagatti, Paul Henri Ducrot, Claude Grison, Martine Hossaert, Eddy Petit. 2013. Fragrant legs in Paysandisia archon males (Lepidoptera, Castniidae). Chemoecology. DOI : 10.1007/s00049-013-0128-z.

 

Kontakt:

Brigitte Frérot –  Insektenphysiologie – INRA & Pierre und Marie Curie Universität – Tel. : +331 30 83 31 44 – E-Mail: brigitte.frerot@versailles.inra.fr

 

 

Quelle: Pressemitteilung des CNRS  – 25/03/2013 – http://www2.cnrs.fr/sites/communique/fichier/cp_parchon_versiondiffusee.pdf

Redakteur: Clément Guyot, clement.guyot@diplomatie.gouv.fr