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Evolution mit Hilfe der DNA von Quastenflossern enträtselt

Der Quastenflosser ist ein afrikanischer Fisch mit runden, fleischigen Flossen und phylogenetisch den Landsäugetieren sehr ähnlich. Seine Morphologie hat sich in den letzten 300 Millionen Jahren kaum verändert, weshalb er gern zur Untersuchung der Evolution genutzt und oft als “lebendes Fossil” bezeichnet wird.


Der Quastenflosser ist ein afrikanischer Fisch mit runden, fleischigen Flossen und phylogenetisch den Landsäugetieren sehr ähnlich. Seine Morphologie hat sich in den letzten 300 Millionen Jahren kaum verändert, weshalb er gern zur Untersuchung der Evolution genutzt und oft als “lebendes Fossil” bezeichnet wird.

 

Ein internationales Forscherteam hat nun das komplette Erbgut dieser Fische entschlüsselt. Von französischer Seite waren Forscher des Labors für Evolutionsgenomik der Fische des Instituts für funktionelle Genomik in Lyon (ENS Lyon / CNRS / Claude Bernard Universität Lyon 1) an den Arbeiten beteiligt. Die Ergebnisse wurden am 18. April 2013 in der Fachzeitschrift Natur veröffentlicht [1].

 

Der afrikanische Quastenflosser könnte der letzte im Wasser lebende Vorfahre der Tetrapoden sein (Tetrapoden sind Landwirbeltiere mit zwei Paar Gliedmaßen und Lungenatmung wie Amphibien, Vögel, Reptilien und Säugetiere, einschließlich des Menschen). Die Sequenz seines Genoms wird neue Informationen über die Evolution der Tetrapoden und den evolutionären Übergang vom Wasser zum Land liefern.

 

Das französische Team fand ebenfalls heraus, dass das Genom des Quastenflossers etwa 25% transposable Elemente enthält – mobile und sich wiederholende DNA-Sequenzen, die Mutationen hervorrufen können und als Motor der Evolution und der Biodiversität gelten.

 

Weitere Informationen zur Studie:

[1] Amemiya et al. (2013) Analysis of the African coelacanth genome sheds light on tetrapod evolution. Nature.

 

 

 

Kontakte:

Jean-Nicolas Volff – Tel.: +334 72 72 85 90 – E-Mail: jean-nicolas.volff@ens-lyon.fr

Corinne Badiou, ENS de Lyon – Tel.: +336 22 02 30 69 – E-Mail: corinne.badiou@ens-lyon.fr

Béatrice Dias Université Claude Bernard Lyon 1 – Tel.: +336 76 21 00 92 – E-Mail: beatrice.dias@univ-lyon1.fr

 

Quelle: Pressemitteilung des CNRS  – 25/03/2013 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/3069.htm

 

 

Redakteur: Clément Guyot, clement.guyot@diplomatie.gouv.fr