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Ist der Mensch für eine Zunahme der extremen El Niño-Ereignisse verantwortlich?

Im Rahmen einer internationalen Studie, an der auch Forscher des Labors für Ozeanographie und Klima (LOCEAN) beteiligt waren, wurde zum ersten Mal der Einfluss menschlicher Aktivitäten auf extreme Klimaereignisse im Pazifischen Ozean untersucht. Sie zeigt, dass eine Folge der globalen Erwärmung eine Verdoppelung der Häufigkeit von extremen El Niño-Ereignissen während des 21. Jahrhunderts sein könnte. Diese Ergebnisse wurden am 19. Januar 2014 in der Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht.


Im Rahmen einer internationalen Studie, an der auch Forscher des Labors für Ozeanographie und Klima (LOCEAN) beteiligt waren, wurde zum ersten Mal der Einfluss menschlicher Aktivitäten auf extreme Klimaereignisse im Pazifischen Ozean untersucht. Sie zeigt, dass eine Folge der globalen Erwärmung eine Verdoppelung der Häufigkeit von extremen El Niño-Ereignissen während des 21. Jahrhunderts sein könnte. Diese Ergebnisse wurden am 19. Januar 2014 in der Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht.

 

Die auf eine anormale Erwärmung im Ostpazifik zurückzuführenden El Niño-Ereignisse sind Ausdruck starker Klimaschwankungen. Im Gegensatz zu klassischen Zyklen sind extreme El Niño-Ereignisse dadurch gekennzeichnet, dass das warme Wasser und die damit einhergehenden Niederschläge vom West- in den normalerweise kalten und trockenen Ostpazifik fließen. Dies war vor allem der Fall beim “Jahrhundert”-El Niño 1997/98 oder auch dem von 1982/83. Diese Klimaereignisse sind für dramatische Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation weltweit verantwortlich und führen zu schweren Naturkatastrophen: starke Regenfälle und Erdrutsche in Ecuador und im Norden Perus, Dürren und Waldbrände in Indonesien und Australien, Ausbleichen von Korallenriffen und Niederschlagsdefizite auf den Inseln im Südwestpazifik, verheerende Wirbelstürme im mittleren Pazifik, Verschwinden mariner Lebenwesen, drastische Reduzierung einheimischer Vogelpopulationen auf den Galapagos-Inseln etc. Es wird geschätzt, dass der El Niño von 1997/98 allein für Sachschäden in Höhe von fast 40 Milliarden Dollar und den Tod von 23.000 Menschen weltweit verantwortlich ist.


Aus diesem Grund widmet die Wissenschaftsgemeinschaft diesen Klimaextremen besondere Aufmerksamkeit. Bisher zeichnete sich kein Konsens über die Entwicklung des El Niño-Phänomens im Kontext des weltweiten globalen Klimawandels ab, und der Frage nach der Entwicklung der extremen El Niño-Ereignissen wurde nie nachgegangen.


In dieser Studie haben die Forscher Daten von Klimasimulationen von zwanzig Klimamodellen zusammengetragen, mit denen extreme El Niño-Ereignisse nachgestellt wurden. Sie konnten zum ersten Mal aufzeigen, dass extreme El Niño-Ereignisse aufgrund des Anstiegs der menschlich verursachten Treibhausgasemissionen im 21. Jahrhundert doppelt so häufig auftreten könnten (bis zu zehn Ereignisse pro Jahrhundert). Die Forscher führen die signifikante Zunahme der Häufigkeit von Wetterextremen auf den schnelleren Anstieg der Oberflächentemperaturen am Äquator im Ostpazifik – im Vergleich zu den angrenzenden Gewässern – zurück, wodurch die atmosphärische Konvektion in dieser Region vereinfacht wird. Sie warnen ebenfalls vor einem erhöhten Risiko für damit verbundene Naturkatastrophen in der Zukunft (Hochwasser, Dürre, Verschiebung sturmgeplagter Regionen etc.). Diese könnten insbesondere die gefährdeten Bevölkerungen der Inseln des Südpazifiks treffen.

 

Durch die Quantifizierung bestimmter Folgen der globalen Erwärmung ermöglicht diese Art von Studien eine weitere Verfeinerung der Evolutionsszenarien extremer künftiger Klimaereignisse.

 

 

Quelle: “L’activité humaine pourrait provoquer un doublement de la fréquence des évènements El Nino extrêmes”, Pressemitteilung des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) – 21.01.2014http://www2.cnrs.fr/presse/communique/3403.htm

 

Redakteurin: Hélène Benveniste, helene.benveniste@diplomatie.gouv.fr