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Pathogene und Insektizide: ein tödlicher Cocktail für Bienen

In Frankreich stellt die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) das Arbeitsinstrument für rund 70.000 Bienenzüchter dar. Ihr direkter Einfluss auf die Qualität und Quantität der Ernte sowie den Erhalt der biologischen Blumenvielfalt ist heute allgemein anerkannt und unterstreicht die Rolle der Bienen für das Funktionieren der Ökosysteme.


In Frankreich stellt die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) das Arbeitsinstrument für rund 70.000 Bienenzüchter dar. Ihr direkter Einfluss auf die Qualität und Quantität der Ernte sowie den Erhalt der biologischen Blumenvielfalt ist heute allgemein anerkannt und unterstreicht die Rolle der Bienen für das Funktionieren der Ökosysteme.

Seit 15 Jahren leiden die Bienenvölker an einer seltsamen Krankheit, die die Imker und Wissenschaftler vor ein Rätsel stellt und jedes Jahr Tausende Bienenvölker vernichtet. Zur Erklärung dieses Phänomens wurden bereits einige vielversprechende Spuren verfolgt: der Verlust von Vielfalt und Qualität der Nahrungsmittelressourcen (mit dem Klimawandel verbundenen), die Intensivierung der Monokulturen und landschaftliche Veränderungen, die Auswirkung von Krankheitserregern als Verursacher von Krankheiten wie Varroa und Nosemose, oder die chemische Belastung durch Exposition der Bienen gegenüber Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln. Obwohl zahlreiche Daten über den Einfluss von ernährungs-, parasitär- und chemisch bedingtem Stress auf die Gesundheit der Bienen vorliegen, konnte bislang keine dieser Ursachen als allein für das Verschwinden von Bienenvölker Verantwortliche anerkannt werden. Die Experten gehen heute vielmehr von einer Kombination dieser Faktoren aus.

Forscher des CNRS [1], des INRA [2] und der Universität Blaise Pascal [3] haben ihre jeweiligen Kompetenzen in den Bereichen Parasitologie und Toxikologie zusammengeschlossen, um die Wechselwirkungen zwischen Pathogenen und Insektiziden auf die Bienengesundheit zu erforschen. Zu diesem Zweck setzten sie sowohl gesunde als auch Nosemose-infizierte [4] Bienen einer geringen Insektizid-Dosis aus. Sie konnten feststellen, dass die Sterblichkeit der infizierten Bienen deutlich anstieg, obwohl dies bei einer Exposition in dieser Größenordnung bei gesunden Bienen nicht der Fall ist.

Diese Untersuchung zeigt deutlich, dass die Wechselwirkung zwischen Insektiziden und Nosemose ein weiteres erhebliches Risiko für Bienenvölker darstellt. Sie könnte auch einige Fälle mit überhöhtem Sterblichkeitsrisiko erklären.

[1]. CNRS – französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung – http://www.cnrs.fr
[2] INRA – französisches Institut für Agrarforschung – http://www.inra.fr
[3] Universität Blaise Pascal – www.univ-bpclermont.fr
[4] Nosemose ist eine durch die Jochpilzarten Nosema apis oder Nosema ceranae verursachte Erkrankung bei Honigbienen. Sie ist die häufigste Krankheit bei erwachsenen Bienen und hoch ansteckend

Kontakt:
– Frédéric Delbac – Forscher der Universität Blaise Pascal – Tel.: 0033 4 73 40 78 68 – E-Mail: frederic.delbac@univ-bpclermont.fr

Quellen:
– Pressemitteilung des Techno-sciences.net – 08.07.2011 –
http://www.techno-science.net/?onglet=news&news=9349
– Pressemitteilung des CNRS – 07.07.2011 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/2222.htm

Redakteurin:
Myrina Meunier, myrina.meunier@diplomatie.gouv.fr