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CLIMATALK 2018 – Perspektiven für umweltverträgliche Wirtschaftsformen 12/12/2018 in der Französischen Botschaft

Am 12. Dezember 2018, drei Jahre nach der Verabschiedung des Pariser Klimaübereinkommens und wenige Tage vor dem Ende der COP24, fand in der Französischen Botschaft in Berlin eine Konferenz mit dem Titel “CLIMATALK 2018 – Perspektiven für umweltverträgliche Wirtschaftsformen” statt. An dieser Konferenz nahmen rund 120 Personen teil, um über die Nachhaltigkeit unserer Wirtschaftsmodelle und die Initiativen zum Klimaschutz zu diskutieren. Die Teilnehmer kamen zu dem Ergebnis, dass ein dringendes Handeln erforderlich ist, um die Folgen der globalen Erwärmung zu begrenzen.

CLIMATALK 2018 – Perspektiven für umweltverträgliche Wirtschaftsformen 12/12/2018 in der Französischen Botschaft

Das Thema wurde aus drei Blickwinkeln betrachtet: Konsummuster (Zivilgesellschaft, Mobilisierung usw.), Produktionsmethoden (Industrieökologie, Unternehmensinnovation) und Forschung. Die Redner waren hochrangige Vertreter aus Unternehmen (Veolia, Pocheco) und der Zivilgesellschaft (Friends of the Earth, HOP) sowie Forscher (Momentum Institute und Wuppertal Institute). Der Umweltaktivist und Professor an der Universität Lausanne, Dominique Bourg, war ebenfalls anwesend.

Im Rahmen der Redebeiträge wurden verschiedene Fragen behandelt, wie die Endlichkeit von Bodenschätzen und ihre enge Wechselwirkung mit der Energieproblematik, die technischen und gesellschaftlichen Grenzen des Recyclings und ganz allgemein des grünen Wachstums, aber auch die Fragen der geplanten Obsoleszenz, der lokalen Null-Abfall-Strategien, der Umstrukturierung von Unternehmen hin zu umweltfreundlicheren und humaneren Produktionsmethoden und schließlich die tiefgreifende Umstrukturierung unserer Lebensweisen und Wirtschaftssysteme zur Vermeidung einer globalen Katastrophe.

Die Redner – und insbesondere Dominique Bourg – haben wiederholt auf die Notwendigkeit einer radikalen Veränderung unserer Produktions- und Konsumgewohnheiten hingewiesen, um zu verhindern, dass unser Planet zu einem Backofen und damit zu großen Teilen unbewohnbar wird. Denn das erwartet uns, wenn wir nicht in den nächsten 10 Jahren die notwendigen Maßnahmen ergreifen.

Die Redner wiesen im Rahmen der Diskussionen zur Kreislaufwirtschaft ebenfalls darauf hin, dass wir uns nicht mehr nur auf die Abfallwirtschaft und -vermeidung konzentrieren dürfen, sondern ein Produkt über seinen gesamten Lebenszyklus – von der Entwicklung über das Design bis hin zur Markteinführung – betrachten müssen. In diesem Zusammenhang erscheint eine Reduzierung des Verbrauchs (Energiekonsum, Wegwerfgesellschaft usw.) unerlässlich.

Ein Zusammenhang zu sozialen und insbesondere demokratischen Fragen wurde ebenfalls hergestellt. Es geht vor allem darum, ein politisches Programm zur Regulierung zu entwickeln (potenziell verbindlich für den Einzelnen, wenn dieser dem Wohl der Allgemeinheit und unseres Planeten zuwiderhandelt) und gleichzeitig einen demokratischen Rahmen zu schaffen, der die Mehrheit der Bürger in die Entscheidungsfindung einbindet.

Redakteur: Fabien Baudelet, fabien.baudelet@diplomatie.gouv.fr – www.science-allemagne.fr