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Luftqualität in Europa durch Klimaerwärmung bedroht

Zum ersten Mal hat ein internationales Forscherteam, unter Beteiligung von französischen Forschern [1], die Auswirkungen der durchschnittlichen Klimaerwärmung um 3°C bis 2050 auf die Luftqualität Europas im Jahr 2050 untersucht. Ihre Studie zeigt, dass die derzeit beschlossenen europäischen Maßnahmen in diesem Bereich bei Weitem nicht ausreichend sind.


Während uns die stratosphärische Ozonschicht vor ultravioletter Strahlung schützt, schadet die Ozonschicht der unteren Atmosphärenschichten unseren Atemwegen. Sie entsteht aus Emissionen der Industrie bei unvollständigen Verbrennungsprozessen unter Einwirkung von Sonnenstrahlung.

 

Wenn die Staaten ihre auf der Weltklimakonferenz 2015 (COP21) gegebenen Versprechen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen einlösen, würde der Temperaturanstieg bis 2050 bei 3°C gegenüber der vorindustriellen Zeit liegen. Dank der seit einigen Jahrzehnten erlassenen europäischen Bestimmungen zur Begrenzung der Emissionen von Ozonvorläufersubstanzen konnte eine Verbesserung der Luftqualität erzielt werden, und bis 2050 könnten theoretisch weitere Erfolge zu verzeichnen sein. Doch der Klimawandel und die gleichzeitigen Schadstoffemissionen außerhalb Europas verändern die Situation. Bei einer weltweiten Klimaerwärmung um 2°C bis 2050 würde diese Politik zu keiner weiteren Verbesserung der Luftqualität führen. Ein +3°C wärmeres Klima würde die Luftqualität sogar deutlich verschlechtern, vor allem in Süd-Ost-Europa, wo die Gesundheit der Bevölkerung dann statt an 25 durchschnittlich an 100 Tagen pro Jahr gefährdet wäre.

 

Zu diesen Ergebnissen gelangten die Forscher dank digitaler Simulationen an einer Reihe von Modellen der atmosphärischen Chemie und von Klimamodellen im Rahmen der IMPACT3C-Studie [2]. Den Empfindlichkeitstests zufolge ist die Luftverschmutzung vornehmlich auf die weltweit zunehmende Ozonkonzentration zurückzuführen. Die Klimaforscher ermittelten bei einer Erwärmung um 3°C bis 2100 eine Verdopplung der Methankonzentration (eines der gefährlichsten Treibhausgase und eine Ozonvorläufersubstanz).

 

Dieser Studie zufolge müssten nicht nur weiterhin die Emissionen gasförmiger Schadstoffe in Europa reduziert werden, um die Luftqualität aufrechtzuerhalten, sondern auch die klimapolitischen Entscheidungen ausgeweitet. Somit hätte eine Verringerung der weltweiten Methanemissionen beispielsweise nicht nur positive Auswirkungen auf die Klimaerwärmung, sondern auch auf die Verbesserung der Luftqualität.

 

[1] die beteiligten Labore und Institute sind: das interuniversitäre Labor für atmosphärische Systeme, das Labor für Klima- und Umweltwissenschaften sowie das französische Institut für Umweltschutz und Umweltgefahren in der Industrie (INERIS)

[2] Weiterführung des EU-Projektes IMPACT2C (interaktiver Web-Atlas – Understanding a climate change of 2°C, and the corresponding impacts, risks and adaptation in Europe, https://www.atlas.impact2c.eu/en/), unterstützt vom französischen Ministerium für Umwelt, Energie und Meeresangelegenheiten

 

 

Quelle: Artikel der Behörde für Atomenergie und alternative Energien CEA, 25/07/2017 – http://www.cea.fr/Pages/actualites/environnement/qualit%C3%A9-de-lair-en-Europe.aspx

 

Redakteurin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr