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Strategischer Plan des Inserm 2016-2020

Das französische Institut für Gesundheit und medizinische Forschung (Inserm) veröffentlichte im Dezember 2015 seinen strategischen Plan 2016-2020. Das 1964 gegründete nationale Institut für Gesundheit und medizinische Forschung ist eine staatliche Einrichtung mit wissenschaftlich-technologischer Ausrichtung unter der gemeinsamen Zuständigkeit des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Frauenrechte und des Ministeriums für Bildung, Hochschulen und Forschung. Das Inserm […]


Das französische Institut für Gesundheit und medizinische Forschung (Inserm) veröffentlichte im Dezember 2015 seinen strategischen Plan 2016-2020. Das 1964 gegründete nationale Institut für Gesundheit und medizinische Forschung ist eine staatliche Einrichtung mit wissenschaftlich-technologischer Ausrichtung unter der gemeinsamen Zuständigkeit des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Frauenrechte und des Ministeriums für Bildung, Hochschulen und Forschung. Das Inserm gehört zu den wichtigsten öffentlichen Forschungseinrichtungen im Bereich Biologie und Gesundheit in Europa. Der neue strategische Plan definiert die Organisation und die Politik des Inserm, um biologischen und technologischen Revolutionen vorzugreifen und den Weg für die Medizin der Zukunft zu ebnen.

 

Dieser Plan konzentriert sich dabei auf drei Schwerpunkte:

 

  1. Eine integriertere Forschung, die besser auf die Bedürfnisse der Gesellschaft und der öffentlichen Politik eingeht:
  • Förderung der integrierten und interdisziplinären Forschung im Einklang mit der nationalen Forschungs- und Innovationsstrategie [1]. Das Inserm möchte die Interaktionen zwischen Grundlagenforschung, translationaler und klinischer Forschung sowie die Interdisziplinarität fördern. Es entwickelt aus diesem Grund drei neue transversale wissenschaftliche Programme zu den Themen Darmflora, Alterung und genetische Variabilität der Kohorten. Es trägt auch zur Umsetzung zweier nationaler Aktionspläne bei: dem Anti-Krebs-Plan 2014-2019 [2] und dem Aktionsplan zur Bekämpfung neurodegenerativer Erkrankungen.
  • Schaffung neuer Strukturen zur schnelleren Entwicklung und Verbreitung von Spitzentechnologien, wie die Ultraschalltechnologien, die Bioinformatik und den Biodruck für die regenerative Medizin.
  • Bessere Koordinierung der Infrastrukturen und optimalere Verwaltung der Forschungsdaten. Das Inserm schlägt verschiedene Lösungen zum Umgang und zum Schutz der Forschungsdaten vor, und ist eng in die Entwicklung des nationalen Systems der Gesundheitsdaten im Rahmen des französischen Gesundheitsgesetzes [3] eingebunden.
  • Erarbeitung einer neuen Politik zu Tierversuchen.
  • Beteiligung des Inserm an der Umsetzung des nationalen Forschungsplans für “Public Health”.
  • Unterstützung des Innovationstransfers im Bereich humane Gesundheit, insbesondere die Aufwertung der Entwicklung von Arzneimitteln und der Kohorten.

 

  1. Ausbau und Organisation der Kompetenzen zugunsten der strategischen Ziele.

 

  1. Optimierung der akademisch-privaten Partnerschaften und Stärkung seiner Führungsposition auf europäischer und internationaler Ebene. Das Inserm besitzt eine lange Tradition der internationalen Kooperation (6300 Kooperationen mit ausländischen Partnern aus 100 Ländern) und möchte diese noch weiter stärken durch:
  • den Ausbau seiner akademischen und industriellen Partnerschaften.
  • die Stärkung seiner Rolle beim Aufbau des Europäischen Forschungsraums. Dafür wird das Inserm europäische bilaterale Spitzenkooperationen sowie die Beteiligung seiner Teams an europäischen Programmen fördern. Auch die internationalen Partnerschaften außerhalb Europa sollen verstärkt werden.
  • Ausbau seiner Rolle bei der Koordinierung der biomedizinischen Forschung in Frankreich innerhalb der Aviesan (nationale Allianz für Lebens- und Gesundheitswissenschaften). Im Auftrag der französischen Regierung arbeitet das Inserm mit seinen Partnern an verschiedenen Aktionsplänen und Forschungsprogrammen: Organisation der Programmplanung zur klinischen und translationalen Forschung [4], Koordinierung der Forschungsprogramme im Notfall, Einsatz der Genommedizin, Forschungs- und Innovationsprogramm zur Bekämpfung der Antibiotika-Resistenz, Partnerschaften mit den Gesundheitsindustrien.

 

[1] “Vorstellung der neuen nationalen Forschungsstrategie der französischen Regierung”, Wissenschaft-Frankreich, 11.03.2015 – https://www.wissenschaft-frankreich.de/de/forschungspolitik-und-innovation/vorstellung-der-neuen-nationalen-forschungsstrategie-der-franzoesischen-regierung/

 

[2] “Start des 3. Anti-Krebs-Plans 2014-2019”, Wissenschaft-Frankreich, 12.02.2014 – https://www.wissenschaft-frankreich.de/de/gesundheit/start-des-3-anti-krebs-plans-2014-2019/

 

[3] Der Gesetzentwurf zur Modernisierung des französischen Gesundheitswesens wurde am 14. April 2015 von der französischen Nationalversammlung angenommen. Dieser Gesetzentwurf zielt darauf ab, das französische Gesundheitssystem auf die Überalterung der Bevölkerung und die Fortschritte bei der Behandlung chronischer Krankheiten vorzubereiten und die Ungleichheiten im Gesundheitswesen zu bekämpfen. Die drei Schwerpunkte des Gesetzes sind:

  • umfassendere Präventivmaßnahmen
  • verbesserter Zugang zur Gesundheitsversorgung
  • Ausbau der Patientenrechte.

 

[4] “Aktionsplan für eine übersichtlichere Planung in der Gesundheitsforschung”, Wissenschaft-Frankreich, 30.07.2015 – https://www.wissenschaft-frankreich.de/de/gesundheit/aktionsplan-fur-eine-ubersichtlichere-planung-in-der-gesundheitsforschung/

 

 

Quelle: “Plan stratégique Inserm 2020”, Artikel des Inserm, 04.12.2015 – http://www.inserm.fr/zoom/plan-strategique-inserm-2020

 

Redakteurin: Rébecca Grojsman, rebecca.grojsman@diplomatie.gouv.fr